Borussia Mönchengladbach: Der Aushilfs-Außenverteidiger
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 23.04.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Martin Stranzl hatte auf der rechten Seite gegen Borussia Dortmund einen schweren Stand. Vor dem 0:2 kam der Österreicher bei einer Grätsche zu spät – und kassierte seine fünfte Gelbe Karte.
Es war ein langer Sprint. Eine harte Grätsche. Und am Ende eine bittere Gelbe Karte. Und ein noch schmerzhafteres Gegentor. Die 59. Minute des Spiels in Dortmund war keine angenehme für Martin Stranzl. Der Österreicher, der erneut als Aushilfs-Rechtsverteidiger antreten musste, konnte das zweite und entscheidende Tor für Borussia Dortmund nicht verhindern. Und weil er kurz vor dem Strafraum Robert Lewandowski ummähte, kassierte er die fünfte Gelbe Karte – und ist kommende Woche gegen Augsburg gesperrt.
"Es lag an Kleinigkeiten"
Martin Stranzl sah gefrustet aus, als er nach dem Spiel durch den Kabinengang des Westfalenstadions schlurfte. Menschen mit riesigen Biergläsern stürmten an ihm vorbei, genau wie durchnässte, feiernde Dortmunder Spieler. Stranzl hatte die Mütze tief ins Gesicht gezogen. "Ich denke, es war ganz okay", sagte er zu seiner Leistung auf ungewohnter Position. "Wir haben verloren, weil Kleinigkeiten schiefliefen."
Höchste Niederlage
Serie beendet Juan Arango wurde zum ersten Mal in dieser Saison ausgewechselt. Bis dahin hatte er als einziger Feldspieler in der Bundesliga keine Sekunde verpasst.
Höchste Niederlage Das 0:2 in Dortmund war Borussias höchste Niederlage seit Lucien Favre im Februar 2011 Trainer wurde.
Training Heute ist frei
Kleinigkeiten wie Stranzls zu späte Grätsche vor dem 0:2 zum Beispiel, als er nach einem Ballverlust hinten auszubügeln versuchte. Ein Tor, das allerdings letztlich nicht seine Schuld war. "Unsere Zuordnung hat nicht gepasst", betont Stranzl. "Ich habe noch zu Howie Nordtveit gerufen, dass er die Seite dichtmachen soll. Plötzlich stand Lewandowski da völlig blank und ich musste irgendwie noch ran. Es tut mir leid, dass ich ihn so hart erwischt habe."
Seinen Worten merkt man Stranzl an, dass seine Stärken nicht unbedingt Außen liegen. Er ist nicht der Schnellste. Und deshalb tat sich der Österreicher schwer, sich in den Angriff seiner Mannschaft einzuschalten. Zumal auf seiner Seite immer die Dortmunder Marcel Schmelzer, Shinji Kagawa und Ivan Perisic marschierten. Ein Trio, das Stranzl beschäftigte. "Mich ärgert, wenn du 50 Meter nach vorne sprintest. Wir dort den Ball verlieren. Und du dann wieder zurückrennen darfst, um die Lücken irgendwie zu schließen", sagte der 31-Jährige, der als Innenverteidiger nie mit einem solchen Laufpensum aufwarten muss.
Nun hat Stranzl ein Spiel Pause. Zeit, in der er sich kurieren kann. Denn kurz vor Spielende war der Österreicher umgeknickt. "Ausgerechnet die linke Seite, wo ich schon was hatte", meinte er. Stranzl ist nicht allein. Auch Marco Reus kam gezeichnet mit Sprunggelenksproblemen aus Dortmund zurück. Und Torhüter Marc-André ter Stegen schmerzt die Schulter. Das Duo wird Samstag gegen Augsburg sicherlich wieder fit sein, während sich Trainer Favre für Stranzl etwas überlegen muss. Wahrscheinlich rückt Tony Jantschke, der in Dortmund ebenfalls aushilfsweise auf der "Sechs" gespielt hat, wieder nach hinten. Dafür könnte Alexander Ring oder Tolga Cigerci den verletzten Roman Neustädter ersetzen.
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