Borussia Mönchengladbach: Ein wenig Luxus für das Europa-Rennen
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.03.2013Fussball (RP). Filip Daems und Roel Brouwers sind verlässliche Defensiv-Optionen, Peniel Mlapa traf nun gegen Bremen als Joker.
Lucien Favre wollte etwas klarstellen. Er hatte von einem "Luxusproblem" gesprochen vor dem 1:1 gegen Werder Bremen und damit die Situation hinten links in der Viererkette gemeint. Kapitän Filip Daems und der Schwede Oscar Wendt rangeln dort um den Posten. Wendt indes ist derzeit die Nummer eins, weswegen ihm Favre nun gegen Werder den Vorzug gab vor dem Belgier, der zuletzt, als Wendt weiter vorn spielte, weil Juan Arango fehlte, gewohnt sicher verteidigte. "Es ist aber das einzige Luxusproblem, das wir haben", stellte Favre nach dem Spiel gegen Bremen fest.
Nun ist es eine Definitionssache, was Luxus ist in einem Team wie dem Borussias. Im Fall von Wendt und Daems hat Favre zwei linke Verteidiger, die den Job unterschiedlich interpretieren, ihn aber meist gut machen. Daems war gesetzt, bis er sich beim Pokalspiel in Düsseldorf ausgerechnet an seinem 34. Geburtstag verletzte. Wendt nutzte die Gunst der Stunde. "Oscar spielt seit Oktober und er macht es gut", sagte Favre. Allerdings bringe auch Daems "immer seine Leistung", sagte der Trainer.
Gegen Bremen war es das 200. Bundesligaspiel
Oscar Wendt: 15 Spiele (1 Tor)
Filip Daems: 12 Spiele (0)
Martin Stranzl: 21 Spiele (4), 200 Bundesligaspiele insgesamt.
Alvaro Dominguez: 22 Spiele (2)
Roel Brouwers: 15 Spiele (1)
Granit Xhaka: 15 Spiele (1)
Lukas Rupp: 19 Spiele (0)
Peniel Mlapa: 14 Spiele (1).
Mike Hanke: 23 Spiele (2)
So gesehen hat Favre auch im defensiven Zentrum ein kleines bisschen Luxus. Denn Roel Brouwers ist ebenfalls ein stets verlässlicher Ersatzmann. Gleich in welcher Konstellation, ob nun mit Martin Stranzl oder Alvaro Dominguez, die gewöhnlich das Innenverteidiger-Duo bilden, passt es mit Brouwers. "Wir haben drei sehr gute Innenverteidiger", sagte dann auch Dominguez zuletzt. Brouwers ist also die Nummer 1c, ähnlich wie Daems derzeit Linksverteidiger 1b ist. Es sind Nuancen, die jeweils für die Kollegen sprechen. Beide sind aber immer richtig gute Alternativen für Favre.
Auch im Angriff hat Favre durchaus brauchbare Optionen. In den vergangenen drei Spielen gab es drei verschiedene Torschützen: Amin Younes traf bei seinem Startelf-Debüt gegen Dortmund, Luuk de Jong in Frankfurt und nun Peniel Mlapa als Joker gegen Bremen. Mlapa, mit dem auch der routinierte Mike Hanke kam, verpasste zwar in letzter Minute wie gegen Dortmund den Siegtreffer, doch machte er nach seinen Einwechslungen noch einigen Betrieb vor des Gegners Tor.
Granit Xhaka, der gegen Bremen Thorben Marx ersetzte, spielte diszipliniert und wirkte deutlich aufgeräumter als früher. Gleichwohl wird am Sonntag gegen Hannover aber wohl Marx ins Team zurückkehren. Doch hat Xhaka gezeigt, dass er bereit ist, eine Option zu sein – wie auch Lukas Rupp. Gut zu wissen für Favre, und, je nach Definition, ist das sogar ein wenig Luxus für das Europa-Rennen. Eine luxuriösere Ausgangsposition indes hätte hier ein Sieg gegen Bremen gebracht. Doch zum achten Mal in dieser Saison verpasste Favres Team den zweiten Sieg am Stück. "Im Moment haben wir eine vernünftige Ausgangssituation. Nur muss es der Mannschaft jetzt einmal gelingen, einen wichtigen Schritt nach vorne zu machen. Diese Chance haben wir bislang aber nicht genutzt", sagte Vize-Präsident Rainer Bonhof.
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