Borussia Mönchengladbach: Favre: Klare Verhältnisse
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 28.02.2012 - 07:28Mönchengladbach (RP). Was seine Zukunft angeht, gönnt sich Borussias Trainer eine nebulöse Offenheit. Auf dem Rasen jedoch gibt es, das sagt die Statistik, eine klare Aufgabenverteilung. Nur die Offensiv-Abteilung ist für die Torproduktion zuständig.
Lucien Favre mag klare Verhältnisse. Auf dem Platz zumindest, denn jenseits des Spiels, wenn es um seine Zukunft geht, da gönnt er sich eine nebulöse Offenheit. Er hat einen Vertrag bis 2013, doch irgendwie sind Borussias Fans in Sorge, ob er diesen auch erfüllen will.
Sie wollen (und das will auch Borussia), dass Favre verlängert. Denn Favre hat Gladbach ein Spiel beigebracht, das den Fans wieder richtig Freude macht. Und es gibt, das jedenfalls lässt sich aus der Statistik lesen, eine klare Aufgabenverteilung. Die sechs defensiven Feldspieler sind fürs Toreverhindern da, die vier Offensiven, um Tore zu produzieren.
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Training Heute, 15 Uhr
Verteidiger Roel Brouwers, der vor zwei Jahren mal acht Tore in einer Saison schoss, sagt: "Natürlich würde ich gern mal wieder treffen. Es geht aber darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren." 34 der 37 Saisontore verteilen sich somit auf Marco Reus (13 Treffer), Patrick Herrmann und Mike Hanke (je 6), Juan Arango (fünf) und Igor de Camargo (drei), der abgewanderte Bobadilla traf einmal. Die restlichen drei Tore erzielte Linksverteidiger Filip Daems per Elfmeter.
Auch Vorlagen gab es wenige aus dem hinteren Bereich. Einen Treffer bereitete Roel Brouwers vor, einen Tony Jantschke. Der Rechtsverteidiger flankt auch sehr selten – weil es nicht nötig ist. "Unser Spiel ist nicht auf Flanken ausgelegt", sagt Jantschke. Favre bestätigt das. Er will, dass die Tore herausgespielt werden, flach und durch die Mitte. Weswegen er auch keinen Wert auf Standardsituationen legt. "Die sind nicht so wichtig", sagt Favre.
Er fordert Kombinationsspiel. Damit haben Borussen zuletzt immer wieder verblüfft. Das 2:0 gegen Schalke erzielte Mike Hanke nach einem doppelten Doppelpass, das 2:0 in Kaiserslautern zauberte Juan Arango nach einem Doppel- und dann einem Steilpass mit dem Außenrist ins Netz. Überhaupt gab es nur ein einziges Tor, an dem weder Arango (zehn Torvorlagen), noch Reus (7), Herrmann (8) oder Hanke (3) beteiligt waren: Das 1:0 bei den Bayern, das Igor de Camargo nach einem langen Ball von Roel Brouwers erzielte. "Wir üben die Automatismen im Training ein und schaffen es, sie im Spiel umzusetzen", sagte Hanke.
Durch den Ausfall von Patrick Herrmann fehlte gegen Hamburg die Selbstverständlichkeit im Spiel nach vorn. Doch die eher nicht gewollte, aber bisher doch strikte Aufgabenverteilung blieb bestehen. Denn das 1:0 gegen dem HSV war – personell – typisch: Freistoßflanke Arango, Kopfball Hanke. Zuvor hatte Roel Brouwers die Gelegenheit, das erste Liga-Tor eines Defensivspielers aus dem Spiel heraus zu schaffen.
Doch Dennis Diekmeier rettete auf der Linie. Auch Havard Nordtveit brachte den Ball nicht im Tor unter, als er die Gelegenheit bekam. Am Sonntag spielen die Borussen in Nürnberg. Das Hinspiel (1:0) war die letzte Liga-Partie, in der ein anderer Gladbacher als Reus, Herrmann, Arango, de Camargo oder Hanke traf. Filip Daems verwandelte einen Elfmeter.
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