Borussia Mönchengladbach: Favres Zweifel an Alexander Ring
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 16.03.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Der Finne überzeugte bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Freiburg, als er in der Schlussphase eingewechselt wurde. Doch Borussias Trainer traut ihm noch keinen Einsatz über 90 Minuten zu. Auch Verteidiger Roel Brouwers wackelt noch. Der kranke Niederländer musste auch gestern pausieren.
Fussball Lucien Favre steht vor einem Dilemma. Die ganze Woche schon grübelt Borussias Trainer, wie er die Ausfälle von Patrick Herrmann (verletzt) und Tony Jantschke (gesperrt) morgen Nachmittag im Spiel bei Bayer Leverkusen auffangen soll. Doch in der Aufstellung des Schweizers stehen zu viele Variablen, die er berücksichtigen muss – und ihm das Leben nicht so einfach machen.
Alexander Ring zum Beispiel. Der Finne spielte 20 Minuten gegen Freiburg – und hinterließ einen bleibenderen Eindruck als sein schwedischer Kollege Oscar Wendt in den 70 Minuten zuvor. Eigentlich ist die Wahl also klar, wer auf der rechten Mittelfeldseite "den Herrmann" macht. Für Favre jedoch nicht. "Er hat die 20 Minuten gut gespielt", sagt Favre. "Aber ich weiß nicht, ob er für 90 Minuten bereit ist. Er muss noch ein paar Sachen lernen. In der Offensive, in der Abwehr, wie er sich bei Ballverlust verhält." Favre nennt Roman Neustädter als Beispiel für den jungen Finnen. "Roman hat anderthalb Jahre gewartet", betont der Schweizer. "Ring ist seit zwei Monaten hier. Es ist gut, was er macht, aber es sind eben nur zwei Monate und er ist jung."
Angstgegner Bayer
Bilanz Borussia hat nur eines der letzten 29 Bundesligaspiele gegen Leverkusen gewonnen (das 6:3 im August 2010).
Torreich Gegen keine andere Mannschaft schoss Bayer bislang so viele Tore wie gegen Gladbach (110). In den letzten sieben Duellen fielen insgesamt 33 Treffer (im Schnitt 4,7 Tore pro Spiel).
Den Königsweg, Herrmann auf rechts zu ersetzen, hat Favre noch nicht gefunden. Das Experiment, Marco Reus wieder ins Mittelfeld zu ziehen und es im Angriff mit Igor de Camargo zu versuchen, ist gegen Hamburg und in Nürnberg kläglich gescheitert. Das hat auch der Trainer registriert. Aber auch mit Wendt, der eher auf der linken Außenbahn zu Hause ist, gelang es Borussia gegen Freiburg nicht wirklich besser. Favre müsste das Risiko eingehen, es mit Ring zu versuchen. Die Frage ist, ob er es tut.
Verteidiger Roel Brouwers musste auch gestern im Training passen. Am Dienstag noch war sich der Niederländer sicher, seine Magen-Darm-Erkrankung schnell überstanden zu haben. Doch daraus wurde zunächst nichts. Die leichte Einheit am Donnerstag fand auch ohne ihn statt. "Ich werde morgen sehen, ob er da ist", sagte Favre gestern nach dem Training. "Aber wo weiß ich natürlich nicht, wie ich in der Abwehr planen kann." Schließlich gilt es, den gesperrten Rechtsverteidiger Jantschke zu ersetzen. Nur eins weiß Favre genau – ein Einsatz von Oscar Wendt oder Filip Daems auf der rechten Seite ist absolut keine Option.
Favre bereitet sein Team, egal wie es aussehen wird, auf alle möglichen Fälle vor. "Es kann sein, dass wir das Spiel machen, es kann auch sein, dass wir kontern. Auf jeden Fall werden wir in der Abwehr sicher stehen. Leverkusen will noch die Champions League erreichen, die Mannschaft hat viel Potenzial. Aber das ist uns egal. Wir wollen ein gutes Spiel machen", betont er, und schiebt den unvermeidlichen Satz nach: "Wir haben Respekt. Aber keine Angst."
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