Borussia Mönchengladbach: Younes und das Leben als Profi
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 14.03.2013 - 07:00Fussball (RP). In diesen Tagen ist Amin Younes ein vielgefragter junger Mann. Anfang der Woche war er bei einer Bank, nächste Woche steht die Präsentation des neuen Mannschaftsbusses an. Dann kommen TV-Interviews – und zwischendurch noch die Übergabe des Trikots für den Gewinner der "Tor des Monats"-Aktion, organisiert von Borussia, der RP und Sponsor Postbank. Der 19-Jährige ist in der richtigen Welt des Profi-Fußballs angekommen. "Wahnsinn", sagt der kleine Dribbler. "Jetzt merke ich erst, was als Profi noch so alles dazugehört, wenn man nicht gerade auf dem Platz steht."
Gestern Nachmittag stellte sich Younes im Internet-Chat den Fragen der Fans. Rund 400 Fragen wurden gestellt. Und Younes versuchte artig, die meisten davon zu beantworten. So erfuhr man zum Beispiel, dass der 1,67-Mann sein Zimmer in der elterlichen Wohnung in Düsseldorf immer noch selbst aufräumen muss, er bereits vier in Spielen getauschte Trikots besitzt, Messi für den besten Fußballer der Welt hält, einen Audi Q3 als fahrbaren Untersatz besitzt – und dass "Die Seele brennt" sein Lieblings-Borussenlied ist.
"Man steht mehr im Mittelpunkt, wenn man spielt", sagt Younes. Und das tut er: In den letzten fünf Pflichtspielen der Borussen stand der Deutsch-Libanese auf dem Platz. Nicht immer waren es diese Aha-Momente wie gegen Dortmund, als er sein erstes Bundesliga-Tor erzielte. Aber man merkt: Younes verleiht der Mannschaft mehr Kreativität – und macht sie im Angriff unberechenbarer.
Younes lobt: "Bester Trainer überhaupt"
Trainer Auf Lucien Favre lässt Amin Younes nichts kommen. "Er ist der beste überhaupt", sagt der 19-Jährige. "Bei ihm lernen gerade wir jungen Spieler so viel."
Termine Borussia – Hannover 96 (Sonntag, 17.30 Uhr; bislang 45.000 Karten verkauft); SC Freiburg – Borussia (30. März, 15.30 Uhr)
Training heute und Freitag jeweils um 10 Uhr, Abschlusstraining Samstag nicht öffentlich.
"Das ist meine Qualität", sagt der 19-Jährige. "Ich versuche, gute Pässe zu spielen, meine Dribblings zu machen und zu schießen. Aber wichtig ist, dass ich der Mannschaft helfen kann. Wenn ich gefährlich bin, ist es auch für Patrick Herrmann und Juan Arango einfacher." Die Logik ist einfach: Wenn ein Kreativspieler das Interesse der Abwehr auf sich zieht, bleibt für die anderen mehr Freiraum im Spiel nach vorne. Und gegen Bremen standen erstmals vier reine Offensivspieler auf dem Platz: Arango links, Herrmann rechts – und Younes mit Luuk de Jong vorne.
Mit seinem Sturmpartner versteht sich der junge Düsseldorfer blendend. Allein schon, weil die beiden räumlich nah zusammen wohnen. Younes wohnt im Düsseldorfer Norden, der Niederländer de Jong in Meerbusch. "Wir gehen oft zusammen essen, unternehmen viel zusammen", sagt der kleine Dribbler. Besonders gern gehen sie ins Okini, ein japanisches Restaurant im Zentrum der Landeshauptstadt.
Das dürfte auch noch so bleiben. Younes hat nicht vor, bei seinen Eltern auszuziehen: "Ich mag es gerne, wir sind zu fünft zu Hause, bei meiner Familie fühle ich mich wohl." Nur in ein Haus würden sie vielleicht gerne irgendwann ziehen, raus aus der Wohnung. Wenn Amin Younes weiter so spielt, dürfte das mittelfristig kein Problem sein. Ziele für die Saison setzt er sich aber nicht. "Unser Zusammenspiel vorne kann noch besser werden", sagt er. "Und ich selbst wäre zufrieden, wenn ich weiter regelmäßig spiele – und am Ende meinen Beitrag zum Erfolg der Mannschaft geleistet habe."
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