Mindereinnahmen in Höhe von 50 Millionen Euro: BVB auch finanziell angeschlagen
zuletzt aktualisiert: 21.12.2003 - 19:26Dortmund (rpo). Borussia Dortmund ist nicht nur sportlich auf einer Talfahrt, auch finanziell ist der Club angeschlagen: Gegenüber der Saison 2002/03 muss der Verein mit Mindereinnahmen in Höhe von rund 50 Millionen Euro rechnen - und braucht jetzt eine Geldspritze.
Der börsennotierte Verein bemüht sich nach Angaben des Fachblatts "kicker" und der "Süddeutschen Zeitung" auf dem englischen Kapitalmarkt um eine Anleihe von bis zu 100 Millionen Euro, für die die Zuschauereinnahmen der nächsten zwölf Jahre verpfändet werden sollen.
Dortmunds Michael Meier bestätigte am Sonntag das Bemühen der Westfalen um die Anleihe: "Wir stehen aufgrund der Mindereinnahmen in der Pflicht, nach Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen." Zugleich jedoch dementierte Meier Pläne für den Einsatz künftiger Zuschauereinnahmen als Pfand.
Wie Kicker und "SZ" in ihren Montag-Ausgaben berichten, benötigt der Verein die Geldspritze, um Etatlöcher im laufenden Geschäftsjahr zu stopfen. Investmentbanker Stephen Schechter (London), der im vergangenen April schon für Dortmunds Ligarivalen Schalke 04 eine 75-Millionen-Euro-Anleihe platzierte, steht demnach in aussichtsreichen Verhandlungen mit der Geschäftsführung der Borussia.
Verschlechert hat sich die wirtschaftliche Situation des BVB zusätzlich durch einen 2001 geschlossenen Geheimvertrag mit dem AC Parma. Darin verpflichteten sich die Dortmunder, die im Zuge der Verpflichtung von Marcio Amoroso abgetretenen Transferrechte am Spieler Evanilson im Sommer dieses Jahres zurückzukaufen. 15 Millionen Euro musste die Borussia deshalb an den italienischen Klub zahlen. Die Verabredung zwischen Parma und Dortmund diente offenbar dazu, um in der Borussen-Jahresbilanz 2000/01 einen Verlust von fast 20 Millionen Euro zu kaschieren. Meier: "Das war kein Geheimvertrag. Die Vereinbarung ist durch alle Gremien gegangen."
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