Jahreshauptversammlung: BVB-Elf mit Standing Ovations gefeiert
zuletzt aktualisiert: 20.11.2005 - 15:47Dortmund (rpo). Der finanziell stark gebeutelte Bundesligist Borussia Dortmund richtet den Blick wieder optimistisch nach vorne. Auf der Jahreshauptversammlung des Champions-League-Siegers von 1997 machte Hans-Joachim Watzke den anwesenden Mitgliedern wieder Mut für die Zukunft. Das aktuelle Team des BVB wurde mit Standing Ovations empfangen.
"In den nächsten fünf Jahren braucht der BVB wieder internationalen Fußball", erklärte der scheidende Schatzmeister und Geschäftsführer der GmbH und Co. KGaA und stellte nach einem turbulenten Jahr fest: "Mit diesen Fans und Mitgliedern ist der Verein unzerstörbar.
Einen Tag nach dem 2:0-Erfolg im Punktspiel gegen Hertha BSC Berlin, mit dem die Schwarz-Gelben den Anschluss an die UEFA-Cup-Plätze wahrten, wurde Albrecht Knauf (62) von der großen Mehrheit der rund 900 anwesenden Mitglieder in der Westfalenhalle 2 zum Vizepräsidenten gewählt.
Knauf neuer Vizepräsident
Knauf tritt die Nachfolge von Henning Kreke an, der sein Amt im Frühjahr zur Verfügung gestellt hatte. Als neuer Schatzmeister rückte Reinhold Lunow (52) ins Präsidium. Der Mediziner übernimmt das vakante Amt von Watzke, der im Januar nach dem Rücktritt von Gerd Niebaum die Geschäftsführung der Borussia Dortmund GmbH und Co. KGaA übernommen hatte.
Die Wahl der beiden Wunschkandidaten von Präsident Reinhard Rauball beenden die Runderneuerung der Vereinsführung nach zwei tubulenten Jahren, in denen dem wirtschaftlich stark angeschlagene Klub im März sogar das Aus drohte. "Der Erneuerungsprozess ist damit abgeschlossen und für die Zukunft tragfähig", sagte Rauball, der im Jahr zuvor auf einer brisanten und emotionalen Jahreshauptversammlung das Amt des auf öffentlichen Druck zurückgetretenen BVB-Präsidenten Gerd Niebaum angetreten hatte.
Außerdem wurde eine Neufassung der Vereinssatzung beschlossen. Kernpunkt sind die klaren Trennungen der Ämter im eingetragenen Verein von denen im börsennotierten Unternehmen, die Watzke mit seinem Rücktritt als Schatzmeister eingeleitet hatte. Der Geschäftsführer der KGaA zog eine persönliche Bilanz der vergangenen zwölf Monate und versprach den Mitgliedern: "Die KGaA bleibt das wirtschaftliche Herzstück von Borussia Dortmund. Derartige desaströse Bilanzergebnisse bis hin zu einer existenzbedrohenden Situation darf und wird es deshalb nicht mehr geben."
Mitglieder müssen sich weiter in Geduld üben
Man bewege sich, so Watzke, inzwischen wieder auf einem dickeren Fundament, "das aber noch immer mit einem Risiko behaftet ist" und bat die Mitglieder weiterhin um Geduld. Allerdings versuche man in der nahen Zukunft den finanziellen Bewegungsspielraum zu lockern, um eine schagkräftige Mannschaft zu stellen.
Derweil wurde das aktuelle Team "mit sechs Eigengewächsen in der Anfangsformation im Spiel gegen Hertha BSC" (Rauball) sowie Trainer Bert van Marwijk mit Standing Ovations empfangen. "Borussia Dortmund hat wieder ein schwarz-gelbes Gesicht", stellte Rauball fest und sprach stolz vom "Ergebnis einer bespiellosen Jugendarbeit".
Bei allen positiven Zeichen eines Aufwärtstrends zeigte das Präsidium kein Verständnis an der Kritik einiger Mitglieder an der Umbenennung des Westfalenstadions ab dem 1. Dezember in Signal Iduna Park (24 Millionen Euro für fünf Jahre). Die Vermarktung des Stadions sei immer ein Bestandteil des Sanierungskonzeptes gewesen. Watzke: "Außerdem: Wenn man im Vorraum der Pathologie liegt, hat man wenig Alternativen."
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