BVB dementiert Kontakt zum Abramowitsch-Club: Chelsea will Rosicky noch im Januar
zuletzt aktualisiert: 19.01.2004 - 13:54Dortmund/London (rpo). Der Dortmunder Mittelfeldregisseur Tomas Rosicky rechnet offenbar mit einem baldigen Wechsel zum FC Chelsea. Schon vor Ende der Winterpause soll der Tscheche nach Vorstellungen des englischen Clubs nach England kommen.
So plant zumindest offenbar der Londoner Fußball-Klub um seinen milliardenschweren Besitzer Roman Abramowitsch, der das Angebot für den 23-Jährigen bereits auf 30 Millionen Euro erhöht haben soll. "Ich stehe vor einer schweren Entscheidung. Ob der Wechsel zustande kommt, entscheiden jetzt allein die Vereine", wird Rosicky in den Dortmunder Ruhr Nachrichten zitiert.
Die Verantwortlichen der Borussia dementieren jeglichen Kontakt zu den Engländern, die angeblich im Laufe der Woche bei den Westfalen vorstellig werden wollen, um den Coup noch vor dem Ende der letzten Transferperide Ende des Monats unter Dach und Fach zu bringen. Der Erlös aus dem Transfer des talentierten Mittelfeld-Regisseurs, der in Dortmund einen Vertrag bis 2008 besitzt, würde das Minus des Börsenklubs aus dieser Saison auf Grund verpasster Europapokal-Einnahmen in Höhe von rund 36 Millionen Euro (Manager Michael Meier) weitgehend stopfen.
"Ich beschäftige mich nicht groß damit. Fakt ist, dass es keine Fakten gibt. Ich sehe die Angelegenheit durchaus positiv, zeigt sie doch, dass wir so schlecht gar nicht sein können, wenn große Vereine Interesse an unseren Spielern haben sollen", meinte Trainer Matthias Sammer. "Tomas gehört zu uns, das ist der Ist-Zustand. Wichtig ist, dass das Ganze in den nächsten drei bis vier Tagen beendet ist, weil die Konzentration auf das Wesentliche vorhanden sein muss."
Dede will nicht zu den Bayern
Während sich Publikumsliebling Dede bemühte, Spekulationen um einen Wechsel am Saisonende zum interessierten deutschen Meister Bayern München zu beenden ("Ich möchte noch zehn Jahre in Dortmund spielen"), hält sich verstärkt die Kritik an der Finanzpolitik des Klubs. Nach einer Anfang Januar vorgelegten Studie der Münchner Hypovereinsbank sollen den BVB schon vor dem Börsengang im Oktober 2000 Schulden in Höhe von 72 Millionen Euro gedrückt haben.
Vorgeworfen wird den BVB-Bossen, mit den Emissions-Erlös von 130 Millionen Euro und der Hoffnung auf zu erwartende Gelder im Europapokal zu waghalsige Investitionen im personellen Bereich vorgenommen zu haben. Manager Michael Meier kann die Diskussion nicht nachvollziehen: "Das ist alles nichts Neues. Schon in den 90er Jahren haben wir im Vorgriff auf Einnahmen im internationalen Geschäft in die Mannschaft investiert." Grundsätzlich sei "die Politik des BVB kein Geheimnis, stets nachprüfbar und übrigens auch im Börsenprospekt nachzulesen".
Das Geschäftsmodell basiere, so die Studie der Hypovereinsbank, auf dem Erreichen der Champions League. Nach der verpassten Teilnahme und dem Zweitrunden-Aus im Uefa-Pokal dürften nach den Gehaltskürzungen von 20 Prozent Spielerverkäufe kaum zu vermeiden sein. Neben Rosicky würde dessen tschechischer Landsmann Jan Koller (Vertrag bis 2006) die höchste Ablöse bringen. Der Transferwert des Kaders wird mit 150 Millionen Euro beziffert.
Die wirtschaftliche Situation des BVB hatte vor Weihnachten durch Kontakte zum Londoner Finanzmakler Stephen Schechter und Überlegungen hinsichtlich einer möglichen Anleihe für Schlagzeilen gesorgt. "Wir sind an die Öffentlichkeit gegangen, haben unsere Finanzsituation und auch die Kontakte zu Schechter erklärt, mehr können wir nicht tun", klagte Meier, "ich verstehe das alles nicht mehr."
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