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Rudi Assauer als Manager zurückgetreten: Das bittere Ende einer Schalker Ära

zuletzt aktualisiert: 18.05.2006 - 16:41

Gelsenkirchen (rpo). Nach dem Rücktritt von Rudi Aussauer ergreifen die Schalke-Fans Partei für den Ex-Manager. Im Internet-Forum lassen sie ihrer Wut freien Lauf, attackieren den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. Der Aufstand ist so groß, dass das Forum wegen technischer Überlastung regelmäßig abstürzt.

In der Kritik: Schalke-Manager Rudi Assauer. Foto: ddp, ddp

Tönnies hat mehrere Gründe für den Rücktritt von Manager Rudi Assauer angeführt. "Es war eine Summe der Dinge", sagte Tönnies dem "Kicker", "wir haben mit ihm wiederholt Vereinbarungen getroffen, an die er sich nicht gehalten hat."

"Wir brauchen Ruhe im Verein, bis in die Mannschaft. Der Verein hat gelitten, und das geht nicht", fügte der Aufsichtsratschef hinzu.

Auf die vom Nachrichtenmagazin "Focus" veröffentlichten finanziellen Probleme des Vereins, die Schalke mehrfach zurückgewiesen hatte, ging Tönnies allerdings nicht ein.

Stattdessen erinnerte der 49-Jährige an alte Vorwürfe gegen Assauer aus dem Herbst 2005. "Nach dem Fall Wontorra ist ja öffentlich über Alkoholprobleme diskutiert worden", sagte Tönnies. Seinerzeit hatte DSF-Fernsehmoderator Jörg Wontorra öffentlich behauptet, Assauer konsumiere übermäßig viel Alkohol, musste sich dafür aber später beim Manager der "Königsblauen" entschuldigen. Darüber hinaus führte der Aufsichtsratschef an, es habe Signale aus dem Vorstand gegeben, dass eine weitere Zusammenarbeit mit Assauer nicht mehr möglich sei.

Der Rücktritt

Assauer ist als Manager des Bundesligisten Schalke 04 mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Assauer hat einen Auflösungsvertrag unterzeichnet. Der Manager begründete seinen Schritt damit, dass er für eine Zusammenarbeit keine Basis mehr gesehen hätte.

Auslöser des Rücktritts war eine Entscheidung des Aufsichtsrates vom Dienstagabend, der sich einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem 62-Jährigen ausgesprochen hatte. Assauer war bereits von 1981 bis 1986 Manager der "Königsblauen" und bekleidete das Amt seit dem 1. April 1993 erneut. Seit dem 12. Dezember 1994 gehörte er darüber hinaus dem Vorstand an.

"Rudi Assauers Schritt verdient allerhöchsten Respekt", erklärte Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies nach dem Rücktritt. In der Aufsichtsratssitzung am Dienstag habe sich eine deutliche Stimmung gegen ihn aufgebaut, berichtete Tönnies und fügte hinzu: "Ganz ausdrücklich betone ich, dass die gesamte Angelegenheit nichts mit den Medienveröffentlichungen der letzten Tage zu tun hatte." Tönnies bedauerte die Entwicklung der letzten Tage: "Ich sage aus ehrlicher Verbundenheit und Freundschaft zu Rudi, dass mir diese Entwicklung unendlich leid tut. Denn wir waren als Team sehr erfolgreich."

Zugleich sprach Tönnies von einer schweren Entscheidung, die aber letztlich unumgänglich gewesen sei. "Schalke ist ein Unternehmen, das eine top-professionelle Führung braucht", betonte Tönnies. "Wir brauchen Ruhe im Verein, bis in die Mannschaft. Der Verein hat gelitten, und das geht nicht", fügte der Aufsichtsratschef hinzu. Da Assauer nach seinem Rücktritt nicht mehr fürs Präsidentenamt in Frage kommt, das er zum 1. August übernehmen sollte, will Tönnies nun den amtierenden Präsidenten Gerhard Rehberg überzeugen, noch ein Jahr weiterzumachen.

Assauer selbst begründete den spektakulären Schritt so: "Ich habe leider keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat gesehen, zumal ich eine für mich ungute Entwicklung spürte." Die Entscheidung sei ihm schwergefallen, denn "Schalke war mein Lebensinhalt", betonte er. Er werde dem Verein auch weiter verbunden bleiben.

Assauer war am vergangenen Wochenende in die Kritik geraten, als das Nachrichtenmagazin "Focus" über finanzielle Probleme bei Schalke berichtete. Der Verein wies insbesondere die Nachricht von einer drohenden Insolvenz mehrfach zurück. Der langjährige Macher der Schalker wurde als "Focus"-Informant verdächtigt, konnte den Verdacht aber zunächst auf einer Vorstandssitzung am Montag ausräumen.

Ursprünglich sollte Assauer, in dessen zweiter Amtszeit der Verein mit dem UEFA-Cup-Gewinn 1997 sowie dem Gewinn des DFB-Pokals 2001 und 2002 große Erfolge feierte, am 1. August dieses Jahres zum Präsidenten beim Revierclub aufrücken.

Schalke entwickelte sich unter der Regie des 62-Jährigen von einem kaum in der Bundesliga etablierten Club zu einem Spitzenverein, der 2001 und 2005 jeweils Vizemeister wurde. Großen Anteil hatte der frühere Verteidiger von Borussia Dortmund und Werder Bremen in den Jahren 1998 bis 2001 auch am Bau des neuen Schalker Fußballstadions, das inzwischen den Namen Veltins-Arena trägt.

Quelle: sid

 
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