Rassismus-Vorwürfe: Asamoah klagt Weidenfeller an
zuletzt aktualisiert: 19.08.2007 - 16:26Gelsenkirchen (RPO). Roman Weidenfeller muss sich mit schweren Anschuldigungen auseinandersetzen. Der Torhüter des Bundesligisten Borussia Dortmund soll Gerald Asamoah im Revierderby bei Schalke 04 rassistisch beleidigt haben.
Der BVB-Schlussmann soll bei der 1: 4-Derby-Niederlage der Schwarz-Gelben bei Schalke Nationalspieler Gerald Asamoah als "schwarzes Schwein" beschimpft haben.
Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter Vorsitz von Horst Hilpert (Bexbach) hat wegen der angeblichen rassistischen Beleidigung Ermittlungen gegen Weidenfeller eingeleitet. Auslöser für die Ermittlungen war nach DFB-Angaben, dass Asamoah am Sonntagmorgen vor Journalisten erneut erklärt hatte, Weidenfeller habe ihn in der 51. Minute des Revier-Derbys als "schwarzes Schwein" beschimpft.
"In einem solchen Spiel fallen immer Worte. Aber wenn man so etwas hört, ist man einfach nur enttäuscht. Das darf man nicht sagen. Weidenfeller hat sich noch während des Spiels bei mir entschuldigt. Er hat es bereut. Ich weiß aber nicht, warum er es nach dem Spiel nicht zugegeben hat. Er soll die Wahrheit sagen", sagte Asamoah dem WDR-Fernsehen.
Weidenfeller bestreitet die Vorwürfe
Weidenfeller beteuerte am Sonntagmittag aber erneut seine Unschuld: "Ich habe das definitiv nicht gesagt. Ansonsten sage ich dazu gar nichts mehr, weil zu viele Unwahrheiten im Umlauf sind."
Der Bild am Sonntag hatte der Torhüter zuvor erklärt: "Wer mich kennt, weiß, dass ich rassistische Äußerungen nie in den Mund nehmen würde. Das ist ganz bestimmt nicht mein Wort-Jargon. Ich geben zu, dass äußerst deftige Worte gefallen sind. Aber Asamoah soll sich mal hinterfragen, was er mir alles an den Kopf geworfen hat."
Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zeigte sich verwundert über Asamoahs Beschuldigungen. "Mir ist der zeitliche Ablauf suspekt", sagte Watzke den Ruhr Nachrichten: "Nach dem Spiel hätte Asamoah die Chance gehabt, über die angebliche rassistische Beleidigung zu sprechen. Da hat er gesagt, Vorfälle wie zwischen Weidenfeller und ihm seien nach einem Spiel vergessen. Und spät am Abend fällt ihm dann plötzlich ein, dass er doch beleidigt wurde."
Asamoah hatte mit einer Rasierklingen-Geste an seinem Hals nach seinem Kopfballtreffer zum 3:0 gegen die Borussia ebenfalls die Emotionen in der Arena AufSchalke angeheizt. Er selbst erklärte, die Geste habe seinem Teamkollegen Peter Lövenkrands gegolten, der ihm vor dem Spiel einen Kopfballtreffer prophezeit hätte.
"Der DFB verurteilt rassistische Vorfälle jeder Art und wird sie konsequent bestrafen. Zunächst einmal muss in diesem konkreten Fall aber der Sachverhalt durch den Kontrollausschuss geklärt werden, bevor ich eine wertende Beurteilung vornehmen kann", meinte DFB-Präsident Theo Zwanziger in einer offiziellen Erklärung am Sonntag.
Asamoah war bereits im Vorjahr Opfer einer Rassismus-Attacke geworden. Mit der höchsten Geldstrafe aller Zeiten hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf das "Affengebrüll" gegen Asamoah im DFB-Pokal-Erstrundenspiel bei Hansa Rostock II (9:1) am 9. September 2006 reagiert.
Wegen "unsportlichen Verhaltens" belegte das DFB-Sportgericht unter Vorsitz von Rainer Koch (Poing) den Zweitligisten FC Hansa mit einer Geldstrafe von 20.000 Euro. Zudem musste die 2. Mannschaft von Hansa den nächsten Heimauftritt in der Oberliga Nordost als "Geisterspiel" unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.
"Es sollte auf jeden Fall eine Warnung sein, mehr gegen so etwas zu tun. Es tut mir aber Leid für den Verein, dass er bestraft wird, es sind ja schließlich immer nur ein paar Leute, die sowas rufen", meinte Asamoah damals.
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