Slomka vor dem Rauswurf: Der FC Größenwahn 04
VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 27.02.2008 - 14:57Düsseldorf (RPO). Auf Schalke steht der Trainer in der Kritik. Mal wieder. Mirko Slomka muss in den kommenden Wochen bessere Ergebnisse abliefern, ansonsten wird sein Stuhl bei den "Knappen" zersägt. Präsident Josef Schnusenberg hat den Druck auf Slomka gestern erhöht. "Wir haben Handlungsbedarf, doch es wird keinen Schnellschuss geben", sagte der Schalke-Boss. Doch was verlangen die Schalker Verantwortlichen?
Slomka hat die Königsblauen als Vize-Meister in die Champions League geführt. Dort ist der Westklub als einzige deutsche Mannschaft ins Achtelfinale eingezogen. Bremen flog als Tabellen-Dritter raus, der VfB Stuttgart gar als Schlusslicht seiner Gruppe. Und Slomka behauptete sich mit der Mannschaft gegen keine Kleinkaliber. Immerhin waren der FC Chelsea und der FC Valencia Gegner in der Schalker Gruppe.
Sollten die "Knappen" das Viertelfinale in der "Königsklasse" verpassen, ist Slomkas Zeit wohl abgelaufen. Nach dem 1:0-Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Porto träumen Schnusenberg und Co. wieder vom großen Coup. Am besten soll es der Titel sein, meinen die Bosse. Der Größenwahn auf Schalke kennt keine Grenzen.
Dabei macht Slomka bei den Schalkern gute Arbeit. Im vergangenen Jahr verpasste er die erste Meisterschaft seit 50 Jahren nur knapp. In diesem Jahr hinken die Schalker den eigenen Erwartungen hinterher. Aber was erwarten die Verantwortlichen? Die Bayern haben rund 70 Millionen Euro in neue Stars investiert, Bremen spielt seit Jahren um die Meisterschaft mit. Und Hamburg und Leverkusen sind auf Augenhöhe mit den Königsblauen. Der derzeitige fünfte Rang ist also keine große Enttäuschung.
Aber nein, die Herren des Schalker Aufsichtsrates wollen die Meisterschaft wieder in den Pott holen. Mit allen Mitteln. Kann Slomka in naher Zukunft keine Verbesserung in der Tabelle vorweisen, muss er sich einen neuen Job suchen. Die internationalen Erfolge, und das Erreichen des Champions-League-Achtelfinals ist so einer, spielen da keine Rolle.
Sollte Slomka gehen, muss schon ein Trainer her, der "großes internationales Standing" hat, sagte Schnusenberg. Der Name Mourinho geistert in den Köpfen der Schalker Macher herum. Ein erneuter Anfall von Größenwahn. Die Schalker Bosse müssen sich darüber klar werden, dass der Verein auf nationaler Ebene zwar um die Meisterschaft mitspielen kann, diese jedoch anders als die Bayern jedoch nicht gewinnen muss. Und den Erfolg in der "Königsklasse" sollte Schalke genießen, anstatt Slomka ein Ultimatum zu setzen.
Gut möglich, dass der Übungsleiter einen ähnlichen Abgang wie Ralf Rangnick bevorzugt. Der heutige Coach des Zweitligisten TSG Hoffenheim zog von sich aus die Reißleine, bevor er entlassen werden konnte, und verließ Schalke unter dem tosenden Applaus der Fans vor der Winterpause der Saison 2004/2005. Nach den Aussagen Schnusenbergs sollte sich Slomka schnellstmöglich mit Rangnick in Verbindung setzen...
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