Kommentar zur Entlassung des Schalke-Managers: Ein Opfer eigener Sturheit
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.03.2009 - 17:06Düsseldorf (RPO). Überrascht hat das nun niemanden mehr. Das Schalker Fan-Volk bekommt sein Bauernopfer, der Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies kann als großer Staatsmann mit bitterer Miene die ach so schwere Verantwortung beklagen, die auf ihm lastet. Und der jetzt ehemalige Manager Andreas Müller muss einsehen, dass im Bundesliga-Geschäft die Verdienste von gestern nicht mehr zählen.
Er wird zu Recht dafür verantwortlich gemacht, dass Schalkes Mannschaftskader einfach schlecht zusammengestellt ist. Und der Schaden, der dadurch angerichtet ist, geht schon jetzt in die Millionen. Im DFB-Pokal und im internationalen Wettbewerb ist Deutschlands zweitteuerstes Bundesliga-Team gescheitert. Dabei braucht der Klub die Einnahmen, damit er Schritt halten kann mit dein eigenen Ansprüchen.
Müller ist allerdings nicht nur an seiner Fehleinschätzung bei der Verpflichtung von Spielern gescheitert. Er ist auch ein Opfer eigener Sturheit. Es gibt Anzeichen dafür, dass er im Amt geblieben wäre, wenn er den Trainer geopfert hätte. Deshalb führte auch Anstand zur Entlassung.
Tönnies, der starke Mann im Klub, hat sich über ein paar Wochen bildschön inszenieren können. Das war überflüssig. Der Aufsichtsrat hätte Müllers Konzept intern prüfen müssen und die Konsequenzen ohne großen Theaterdonner ziehen können. Es war ihm aber offenbar wichtig, die Öffentlichkeit an allen Handlungen zu beteiligen. Unterhaltsam mag das sein. Zielführend ist es nicht.
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