Schalke 04: Farfan - Schalkes neuer Star
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.07.2008 - 11:55Gelsenkirchen (RP). Für den Stürmer Jefferson Farfan aus Peru zahlte der Fußball-Bundesligist zehn Millionen Euro an den PSV Eindhoven. Der 23-Jährige ist die größte Investition des Vereins, um die Meisterschale nach Gelsenkirchen zu holen.
"Foquita", die kleine Robbe, wie sie ihn in seiner Heimat seit einem ungewöhnlichen Torjubel mit heraushängender Zunge nennen, machte seinem Spitznamen ungewollt alle Ehre. In der ersten Minute des Testspiels gegen Besiktas Istanbul (1:2) im Trainingslager von Schalke 04 in Österreich umkurvte Jefferson Farfan zuerst den türkischen EM-Keeper Rüstü Recher, geriet dann aber im Angesicht des leeren Tores ins Stolpern und rutschte über den Rasen im Stadion von Hartberg wie ein Seehund beim Landgang.
Noch läuft nicht alles rund bei dem Mann, der mit Nationalspieler Kevin Kuranyi das neue Sturmduo der Schalker bilden soll. Erst verpasste er seinen Flug aus Lima und erschien zwei Tage zu spät zum Trainingsauftakt.
Bei seinem ersten Auftritt sorgte er dann mit gelb-schwarzen Schuhen für Verwirrung beim blau-weißen Anhang. Einen Tag vor dem Besiktas-Spiel hing er sogar noch am Tropf, litt unter einem Magen-Darm-Virus. Dabei soll er eigentlich den gegnerischen Abwehrreihen in Bundesliga und Europapokal Bauchschmerzen bereiten.
Farfan kommt mit der Empfehlung von 57 Treffern in 118 Ligaspielen in Holland und vier Treffern in 34 Champions-League-Partien. "Er hat seine Qualitäten in Eindhoven nachgewiesen und wird unsere Offensive beleben", sagt Schalkes Manager Andreas Müller. Die Abteilung Attacke wies mit 55 Toren in der vergangenen Saison einen weiten Abstand zu den Kontrahenten im Titelkampf aus Bremen (75) und München (68) auf.
Im 4-3-3-System von Schalkes neuem Trainer Fred Rutten ist Farfan als Flügelstürmer gesetzt. Er soll Kuranyi und die anderen Sturmkollegen mit Flanken füttern und dank seiner Schnelligkeit auch selbst zum Abschluss kommen. In Holland war er zudem für alle Standards verantwortlich. Seinen neuen Chef kennt er noch aus der Zeit, als Rutten Co-Trainer von Guus Hiddink in Eindhoven war. "Er kann eine Mannschaft ans Maximum führen", sagt Farfan.
Im Sommer lagen dem Peruaner auch Angebote von Tottenham Hotspur und AC Florenz vor, doch er entschied sich für die Bundesliga. Er habe unbedingt in Deutschland spielen wollen, erzählt er. Und er habe keine Angst vor der harten Gangart der Verteidiger hier zu lande. "Fußball ist ein Männersport", sagt der 1,78 Meter-Mann.
Seit dem 6. Juli darf Farfan auch wieder an Länderspielen teilnehmen. Der peruanische Fußballverband hob eine 18-monatige Sperre auf, ausgesprochen nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen Brasilien im November 2007. Im Anschluss daran soll Farfan zusammen mit dem Ex-Bayern-Profi Claudio Pizarro in einem Luxushotel eine Whirlpool-Party mit leichtbekleideten Damen gefeiert haben.
Dabei kommt er privat eher bodenständig daher und hat mit seiner Freundin Melissa einen sechs Monate alten Sohn. Sein Name: Jefferson Adriano.
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