Wird er jetzt Manager?: Kahn - ein starker Mann für Schalke
VON CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 19.03.2009 - 11:10Gelsenkirchen (RPO). Bundesligist Schalke 04 verhandelt mit dem ehemaligen Nationaltorwart Oliver Kahn über die Nachfolge des entlassenen Managers Andreas Müller. Der 39-Jährige traf sich am Donnerstagmorgen gegen 10 Uhr mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies in dessen Heimatstadt Rheda-Wiedenbrück zu einem ersten Gespräch. Kahn wäre eine charmante Lösung.
Kahn, der von einer Reise nach China zurückgekehrt war, steht auf der Kandidatenliste der Königsblauen ganz oben. Aber warum? Kahn hat keinerlei Erfahrung, galt Jahre lang als Feindbild der Schalker Fanszene. Und jetzt soll er die Kohlen aus dem Schalker Feuer holen.
Doch die Idee von S04-Boss Tönnies besitzt durchaus Charme. Kahn ist clever, Kahn besitzt viele Kontakte, Kahn hat seit seinem Karriere-Ende vor einem knappen Jahr Abstand vom Fußball gewonnen. Und: Kahn versprüht Autorität. Der Ex-Nationaltorhüter wird sich weder vor Spielern, noch vor der Vereinsführung verstecken. Kahn würde sich durchsetzen, denn ein Titan lässt sich nicht biegen.
Und genau das fehlte den Königsblauen zuletzt - ein starker Mann. Kahn reizt es "vor allem, mit einer Mannschaft zu arbeiten. Das halte ich für sehr interessant. Ob man so etwas macht, hängt von vielen Faktoren und Facetten ab. Es geht darum, was man als Voraussetzung dort vorfindet und wie man sich dort dann verwirklichen kann", sagte Kahn dem "Spiegel".
Es habe bereits "mehrere Gespräche" gegeben, es gebe jedoch "nichts Definitives" zu verkünden. Klar sei aber auch, dass er mit Schalke "keine Gespräche über die schöne Gegend um Gelsenkirchen" führe.
"Für Schalke geht es um viel. Man hat sich von Manager Andreas Müller getrennt und muss in Kürze die neue Saison auf den Weg bringen. Da gibt es wie bei allen Klubs viel zu tun. Was wir geführt haben, war ein Informationsgespräch, nicht mehr und nicht weniger."
Der 86-malige Nationalspieler, der im vergangenen Sommer seine aktive Laufbahn beim deutschen Rekordmeister Bayern München beendete, will unbedingt als Manager in die Bundesliga zurückkehren. Der achtmalige deutsche Meister und Champions-League-Sieger von 2001 ist allerdings auch bei seinem Ex-Klub Bayern als Nachfolger von Uli Hoeneß im Gespräch.
Schalke hatte Manager Müller am 9. März beurlaubt und fünf Tage später auch offiziell aus dem Vorstand abberufen.
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