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Chaos in Gelsenkirchen: Müller: "Angriffe schaden mir und Schalke"

zuletzt aktualisiert: 18.02.2009 - 17:57

Berlin/Gelsenkirchen (RPO). Nach der bislang katastrophalen Saison steht Andreas Müller bei Schalke 04 heftig in der Kritik. Der Manager der "Knappen" setzt sich nun aber zur Wehr und fordert ein Ende der Personaldiskussionen.

In der Kritik: Schalke-Manager Andreas Müller.  Foto: AP, AP
In der Kritik: Schalke-Manager Andreas Müller. Foto: AP, AP

"Wir erleben seit drei Monaten eine Debatte um meine Person mit zum Teil hässlichen Angriffen. Wir können über alles reden, aber irgendwann muss dieses Reden ein Ende haben. Denn die Angriffe schaden nicht nur mir, sondern auch dem FC Schalke 04", sagte Müller im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt".

Müller hob hervor, dass er dem Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Clemens Tönnies zuletzt kein eindeutiges Bekenntnis zum Manager abgeben wollte, erst vor wenigen Tagen ein Konzept präsentiert habe. "Er hat dieses Konzept angenommen", sagte der Ex-Profi.

Mit einer möglichen Entlassung im Falle einer Derby-Niederlage am kommenden Freitag (20.30 Uhr/Live-Ticker) befasst sich Müller angeblich nicht. Er sei ein positiv denkender Mensch und sage sich: "Wir gewinnen das Spiel. Wenn das nicht der Fall sein sollte, kann ich mir immer noch Gedanken machen, was passiert." Er sei seit über 20 Jahren im Verein, und ihm gehe es auch nur um den Verein, nicht um persönliche Interessen.

"So habe ich das schon immer gehandhabt: Wenn ich merke, dass ein Spieler seine persönlichen Anliegen über die des Vereins stellt, kommt es zu einer Trennung. Denn nur Schalke ist das, was immer bleiben wird: Spieler, Trainer und Manager kommen und gehen", sagte Müller.

Vergleiche mit Rudi Assauer lehnte Müller strikt ab und ging dabei seinen Vorgänger hart an. "Mein Gott, Machos sind doch mega out. Ich will nicht so sein wie Rudi Assauer. Es hat nichts mit Härte zu tun, proletenhaft in der Presse herum zu schreien. Härte zeigt man durch konsequentes Handeln. Wenn man den Spielern klar sagt: Hier ist die Grenze, wenn die überschritten wird, hat das Folgen. Also vergessen Sie all diese Psycho-Märchen über mich. Die Wirklichkeit ist viel spannender."

Rutten steht nicht zur Diskussion

Zum wiederholten Mal sprach Müller Trainer Fred Rutten sein Vertrauen aus ("Wir setzen weiterhin auf ihn") und verwies darauf, dass die fast identische Mannschaft im Vorjahr das Champions-League-Viertelfinale erreicht habe: "Die Qualität muss also da sein, nur ist sie noch nicht abgerufen worden."

Schalke-Präsident Josef Schnusenberg versuchte unterdessen, trotz der angespannten Lage nach der 1:2-Niederlage im "kleinen" Derby beim VfL Bochum und dem Sturz auf Tabellenplatz neun Zuversicht zu verbreiten. "Nach dem Derby sieht die Welt bei uns schon wieder ganz anders aus", sagte er der Sport Bild und erklärte, Müller und Trainer Fred Rutten seien auch in der nächsten Saison noch "auf Schalke".

Während die Arbeit des Niederländers Rutten (Schnusenberg: "Wir hatten auch gesagt, dass Fred Rutten ein halbes Jahr braucht. Die Eingewöhnungszeit hatten wir eingeplant.") noch nicht wirklich zur Diskussion steht, ist die Lage von Müller viel angespannter. "Wenn die Erfolge ausbleiben, gerät man irgendwann unter Zugzwang", meinte der mächtige Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies bereits.

Kapitän Marcelo Bordon, der am Mittwoch erstmals seit seinem eineinhalb Wochen zuvor erlittenen Mittelhandbruch mit einer Schutzschiene wieder mit der Mannschaft trainierte und gegen den BVB unbedingt spielen will, sieht jetzt die Profis in der Pflicht. "Es ist normal im Fußball, dass solche Diskussionen aufkommen. Aber wir als Mannschaft sind dazu aufgefordert, etwas zu verändern. Wir müssen auf dem Platz unsere Leistung bringen und kämpfen, dann wird sich die Situation auch wieder etwas beruhigen", sagte der Brasilianer.

Sammer unterstützt Müller

Unterstützung erhielt Müller unterdessen auch von Matthias Sammer. "Ich verstehe vollkommen, dass er sich nach dem Bochum-Spiel ein bisschen zurückgezogen hat", sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf einer Premiere-Gesprächsrunde in Köln: "Aus Leistungsgründen ist es nicht nachvollziehbar, dass ein Klub, der eine klare Zielstellung äußert, Kritik als Bumerang zurückbekommt."

Gerade das Derby gegen den BVB soll für die Schalker jetzt die Wende zum Besseren bringen, zumal noch eine Rechnung vom 3:3 im Hinspiel offen ist, als die Königsblauen nach zwei Platzverweisen noch eine 3:0-Führung verspielten. "Jeder auf Schalke weiß, was dieses Spiel bedeutet, gerade für die Fans", sagte Nationalspieler Gerald Asamoah: "Wir Spieler sind heiß. Wir werden kratzen und beißen für den Sieg."

Quelle: SID

 
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