Kommentar: Schalke: Leiden statt Leidenschaft
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 29.09.2008 - 07:10Düsseldorf (RP). Im Fußball gibt es Festtage oft gerade dann, wenn Mannschaften ihrer Arbeit auf dem Feld mit ausgeprägter Leidenschaft nachgehen. Beim Aufeinandertreffen von Vizemeister Werder Bremen mit dem selbstbewusst-kecken Aufsteiger 1899 Hoffenheim (5:4) haben zwei Teams die Fans mitgerissen, die ihre Chance in bedingungsloser Offensive suchten.
Das begeisterte Publikum, auch an den Bildschirmen im gesamten Land, darf deshalb noch lange von einem denkwürdigen Bundesligaspiel schwärmen, obwohl es für die beiden Trainer, Thomas Schaaf und Ralf Rangnick, aufgrund der jeweils hohen Quote von Gegentoren immer noch genügend Ansatzpunkte zur Kritik gab. Das Abwehrspiel ihrer Akteure bleibt verbesserungswürdig.
Mit Leidenschaft hatte auch der 1.FC Köln gleich zum Auftakt des sechsten Spieltages einen Weg aus der Krise gesucht - und wurde dafür mit einem 1:0-Sieg belohnt, weil der Gegner genau diese wichtige Eigenschaft schuldig blieb.
Der FCSchalke verspielte die Tabellenführung der Liga mit einem völlig indiskutablen Auftritt. Denn bei den Gelsenkirchenern war kein heftiges Verlangen zu spüren, die Spitzenposition nicht nur mit spielerischen, sondern auch mit allen kämpferischen Mitteln zu verteidigen.
Ausgerechnet Schalke, für dessen Anhänger der Fußball gelebte Leidenschaft schlechthin ist, versagte diesmal krass, da es dem couragiert aufspielenden Aufsteiger nichts Gleichwertiges entgegensetzte. Da hieß es für die Fans in Königsblau nur noch: Leiden statt Leidenschaft.
Und dieses Leiden war immer noch unvergleichlich schlimmer als all das, was die Trainer bei dem wunderbaren Schlagabtausch in Bremen zu ertragen hatten.
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