Kommentar zu Schalke 04: Schnusenberg macht Druck
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 26.02.2008 - 15:26Gelsenkirchen (RP). Mirko Slomka wird den wachsenden Ansprüchen der Schalker Fans und der erfolgshungrigen Vereinsführung nicht mehr gerecht. Klubchef Josef Schnusenberg hat den Trainer wiederholt direkt und indirekt kritisiert und nun mit seiner Aussage („Vielleicht brauchen wir wirklich mal einen Chefcoach, der großes internationales Standing hat”) weiter geschwächt.
Es ist paradox. Denn dass die Trainerdiskussion überhaupt wieder in Gang kommen kann, liegt auch am Erfolg Slomkas in der Champions League. Schnusenberg verkündete zuletzt ja voller Stolz, dass sich die Finanzlage dank des guten Abschneidens auf internationaler Ebene entspannt habe. Es ist also wieder Geld in der Kasse. Womöglich, um dem bis 2009 gebundenen Slomka eine Abfindung zu zahlen und einen teuren Mann an die Seitenlinie zu stellen.
Slomkas nähere Zukunft hängt am kurzfristigen sportlichen Erfolg und an der Frage, ob der Trainermarkt einen Nachfolger bietet, der das erforderliche Profil mitbringt. Schnusenberg selbst hat die Latte für Trainer bei S04 hoch gelegt, als er dem FC Bayern München für die nächsten Jahre den Kampf angesagt hat. Indem er das öffentlich machte, setzte er sich und alle leitenden Angestellten unter höchsten Druck.
Spätestens wenn Slomka in der Endabrechnung dieser Bundesliga-Saison die Champions League verpasst, müsste er wohl seinen Posten verlassen. Spätestens dann.
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