Studie: Hansa-Ultras sind die Gewaltbereitesten
zuletzt aktualisiert: 23.10.2007 - 10:27Rostock (RPO). Gewalt und Randale im Fußball kennt man eher aus den unteren Ligen. Bei Hansa Rostock kennt man diese Chaoten aus der eigenen Fan-Szene. Die Ultra-Szene hier ist laut dem renommierten Sport- und Soziologieprofessor Gunter Pilz eine der gewaltbereitesten in Deutschland. Dies geht aus einer Studie, die der Landesfußballverband MVP jetzt veröffentlichte hervor.
In der Vergangenheit bekam dies der Verein und diverse andere Örtlichkeiten deutlich zu spüren. So wurde der Bahnhof von Stendal vor rund einem Jahr von Hansa-Hooligans zerstört, und beim Auswärtsspiel in Essen stand vor laufenden Live-Kameras der Hansa-Block in Flammen. Rund 200 Chaoten zählt die Szene in Rostock.
Diese "Fan-Chaoten" mischen sich unter friedliche Anhänger und versuchen diese für ihr Vorhaben zu gewinnen. Bei der Demonstration vor dem Schalke-Spiel vergangenen Samstag gegen die Umbenunng des Ostseestadions in DKB-Arena mischten sogar vorbestrafte Rostock-Ultras mit.
Stadion-Chef Rainer Friedrich: "Einer, der dabei Parolen per Megaphon unters Volk brachte, war bei den schlimmen Vorfällen in Stendal vor einem tatkräftig dabei, als der Bahnhof dort zerlegt wurde. Der sitzt sogar eine Bewährungsstrafe ab. Da machen sich Straftäter zum Sprachrohr von ehrlichen Fans."
Der Hansa-Vorstand-Chef Dirk Grabow hatte nach den Vorfällen in Stendal und diversen anderen Randalen bei Auswärtsspielen die Zusammenarbeit mit den Fans abgebrochen. Dies wollen die Chaoten aber nicht akzeptieren. Laut Bild kündigte ein ehemaliges Mitglied der Rostocker Fan-Gruppierung "Suptras" am Samstag an: "Hier wird es bald knallen. Wir wollen und werden uns Gehör verschaffen."
Am 15. November auf der Hansa-Mitgliederversammlung soll es soweit sein. Doch auch der Verein weiß von diesem Vorhaben. Friedrich: "Wir sind darauf vorbereitet. Aber das Böse kann sich nur entfalten, wenn das Gute schweigt." Der 43-Jährige weiter: "Hier wollen Leute Macht ausüben. Das beweist doch ihre ganze Haltung. ´Sie sind der Verein`behaupten sie. Wir haben lange versucht mit ihnen zu reden. Doch sie machen nur, was sie wollen."
Hansa will Chaoten bekämpfen
Friedrich und der Verein wollen die Szene konsequent bekämpfen: "Null Toleranz gegen Gewalttäter. Wir werden unsere Linie durchziehen. Ich schließe weitere Provokationen dieser Fan-Szene in Kürze nicht aus. Doch wir werden vorbereitet sein."
Erst kürzlich ließ Rostock nach Farbbeutel-Attacken auf das DKB-Arena-Schild extra einen Wachdienst engagieren. Bleibt zu hoffen, dass bei der nächsten Veröffentlichung einer Studie über Gewalt im Fußball Rostock-Fans nicht mehr erwähnt werden müssen.
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