Unsportlichkeit: Harte Strafen für Wörns und Micoud
zuletzt aktualisiert: 05.05.2006 - 07:07Frankfurt/Main (rpo). Dortmunds Abwehrstratege Christian Wörns kann die Bundesliga-Saison vorzeitig abhaken. Das Sportgericht des DFB verurteilte den Ex-Nationalspieler wegen einer krassen Unsportlichkeit zu einer Sperre von vier Spielen. Ebenfalls vorbei ist die Saison für den Bremer Johan Micoud. Für einen schmerzhaften Griff in den Unterleib seines Gegenspielers wird er für drei Spiele gesperrt.
Wörns und Micoud waren vor über einer Woche am 31. Bundesliga-Spieltag ins Visier der Sportrichter geraten. Der BVB-Kapitän hatte im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg (2:1) am 22. April dem Nürnberger Stefan Kießling mit dem linken Arm ins Gesicht geschlagen. Dieses unsportliche Verhalten wertete das DFB-Sportgericht mit einer Sperre von drei Spielen, die aufgrund einer Vorstrafe aus dem März 2005 um ein Spiel auf vier Spiele zu erhöhen war. Damals hatte Wörns im Spiel gegen den VfB Stuttgart (0:2) wegen einer Notbremse die rote Karte erhalten und war für ein Spiel gesperrt worden.
Der Bremer Micoud hatte in der Partie am 23. April gegen Schalke 04 (0:0) ebenfalls eine Tätlichkeit begangen, als er dem Schalker Christian Poulsen in den Genitalbereich griff. Das Sportgericht bewertete Micouds Aktion als bewusste Tat, hielt dem Bremer aber zugute, dass er zuvor von Poulsen regelwidrig bedrängt worden war.
Da in beiden Fällen die Schiedsrichter die entsprechenden Szenen nicht gesehen und damit auch nicht geahndet hatten, hatte der DFB-Kontrollausschuss nach Ansicht der TV-Bilder ein Ermittlungsverfahren wegen einer Tätlichkeit in Form eines "krass sportwidrigen Verhaltens" eingeleitet.
Aufgrund des dichtgedrängten Terminkalenders im WM-Saisonfinale war die Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht um eine Woche verschoben worden. Die beiden Angeklagten durften daher am 32. Spieltag von ihren Vereinen eingesetzt werden. Dies hatte im Vorfeld der Partien für lautstarke Kritik der betroffenen Gegner gesorgt, die dem DFB Wettbewerbsverzerrung vorwarfen.
Wie zur Bestätigung hatten ausgerechnet die beiden Sündenböcke maßgeblichen Anteil an den Auswärtssiegen ihrer Teams. Wörns köpfte beim Dortmunder 2:1-Erfolg in Hannover den Siegtreffer. Micoud traf beim 5:3-Sieg der Bremer in Duisburg gleich doppelt.
Vor Wörns und Micoud waren in dieser Bundesliga-Saison bereits Valérien Ismael (FC Bayern München), Jermaine Jones (Eintracht Frankfurt), Guy Demel (Hamburger SV), Kevin Hofland (VfL Wolfsburg), Alpay Özalan (1. FC Köln), Altin Lala (Hannover 96) und Fatmir Vata (Arminia Bielefeld) nachträglich vom Sportgericht gesperrt worden.
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