Bundesliga-Kommentar: Berlin bleibt lieber Außenseiter
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.02.2009 - 14:34Düsseldorf (RP). Es gab mal Zeiten, da machte Fußball-Berlin eher durch Lautstärke und forsches Anspruchsdenken auf sich aufmerksam. Die sportliche Wirklichkeit sah deutlich trister aus. Allem neureichen Getrommel zum Trotz schaffte es die Hertha nicht, mit den eigenen Ansprüchen Schritt zu halten.
Seit anderthalb Jahren haben sich die Berliner eine neue Bescheidenheit verordnet, eine Politik der leisen Töne und ein sportliches Gesamtkonzept, das nun richtig greift. Trainer Lucien Favre setzt auf Teamdisziplin und Ordnung, auf Laufstärke und Abwehrarbeit. Das ist nicht unbedingt populär.
Nicht bei den eigenen Fans, die bei ihren Besuchen im Olympiastadion viel Geduld mitbringen müssen; und auch nicht bei den vermeintlichen Paradiesvögeln wie Marko Pantelic, für die Favres Businessplan nur Nebenrollen vorsieht. Aber es zahlt sich auf dem Punktekonto aus. Und wenn sich dann sogar die großen Bayern an der kleinen Hertha die Zähne ausbeißen, ist es der halben Fußball-Republik recht. Der Rest bleibt Bayern-Fan.
Für die Berliner ist das kein Grund für lautstarkes Triumphgeheul. Sie richten sich lieber still in der Rolle des Außenseiters ein. Dass am Ende nicht unbedingt immer der Favorit den Titel gewinnt, zeigt ein Blick in die Bundesliga-Geschichte. Und dass die Hertha mit einem Platz im internationalen Geschäft zufrieden wäre, passt zur neuen Bescheidenheit. Wohltuend.
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