Stürmer forciert Wechsel: Braucht die Hertha Marko Pantelic?
VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 03.02.2009 - 17:34Düsseldorf (RPO). Er ist die Diva in der Fußball-Bundesliga. Wenn es um Marko Pantelic geht, spalten sich die Experten in zwei Lager. Sensationell, weltklasse, nennen ihn die einen, egoistisch und geldgierig die anderen. Bald muss sich Hertha BSC entscheiden, ob der im Sommer auslaufende Vertrag des Serben verlängert wird oder nicht. Die große Frage: Brauchen die Hauptstädter Marko Pantelic wirklich?
Er wolle im Ausland mehr Geld verdienen, weil er die Zukunft nach seiner Karriere denken muss, erklärte der Stürmer jüngst. Mit 30 Jahren kein schlechter Gedanke, sich finanziell für die Zeit nach dem Fußball abzusichern. Und: Für einen Spieler seiner Klasse verdient Pantelic in Berlin (rund 1,6 Millionen Euro netto) relativ wenig. Zum Vergleich: Verteidiger Arne Friedrich erhält bei der Hertha als Topverdiener rund 3,5 Millionen Euro.
Die Hertha-Verantwortlichen sollten sich genau überlegen, wie viel Geld sie in den neuen Vertrag des besten Stürmers der "Alten Dame" (sechs Saisontore) investieren wollen. Fakt ist: Pantelic identifiziert sich mit dem Klub, kann sich sogar vorstellen, seine Karriere in Berlin zu beenden. Das erklärte der Angreifer nach dem 2:1-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag, an dem er mit zwei Treffern maßgeblichen Anteil hatte.
"Ich habe immer gesagt, dass Hertha mein erster Gesprächspartner ist. Daran hat sich nichts geändert", so Pantelic, der auf ein Zeichen seines Arbeitgebers wartet.
Mit Arbeitgeber ist in diesem Fall speziell Trainer Lucien Favre gemeint. Dieser teilt die Pantelic-Hysterie in Berlin keinesfalls. Während die Hertha-Fans den Serben unbedingt auch in der kommenden Saison bei ihrem Verein sehen wollen, versucht der Schweizer Schritt für Schritt, Pantelic loszuwerden.
"Ich verstehe, dass es für einen Trainer schwierig ist, 25 verschiedene Charaktere und Meinungen zu vereinen. Aber du musst deine Spieler akzeptieren. Du darfst sie nicht verändern wollen. Respekt ist die Basis von allem", erklärte Pantelic vor Weihnachten in einem Interview mit "Welt online" und stichelte in Richtung des Trainers.
Dieser sollte es vermeiden, seinen besten Stürmer aus der Hauptstadt zu verjagen. Pantelic, seit 2005 in der Bundesliga, hat in dreieinhalb Jahren 44 Tore für die Hertha geschossen. Auch dank ihm steht Berlin derzeit auf Rang zwei der Tabelle. Wenn die Vorstellungen der Diva erfüllt werden, hat Hertha künftig viel Spaß mit dem serbischen Torjäger. Jetzt liegt es an Favre, Hoeneß und Co.
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