Noch keine Vertragsverlängerung: Pantelic vor dem Abflug?
zuletzt aktualisiert: 13.02.2008 - 14:11Berlin (RPO). Hertha BSC Berlin spielt beim Vertrags-Poker mit seinem Torjäger Marko Pantelic auf Zeit. Während Während Manager Dieter Hoeneß mit seiner Hinhalte-Taktik bewusst auf Risiko spielt, hat Pantelic immerhin die erste Runde gewonnen und Werbung in eigener Sache gemacht.
"Kein Stürmer hat bei Hertha nach Michael Preetz so oft getroffen wie ich", sagte der 29-Jährige, betonte jedoch: "Ich bin kein Egoist, meine Tore sind nur für das Team. Die Torjägerkanone interessiert mich nicht."
Der Torinstinkt von Pantelic (insgesamt 34 Tore in 78 Liga-Spielen) hat Hertha auch in dieser Saison bislang vor einem akuten Abstiegskampf bewahrt. Insgesamt neunmal traf der Serbe - das sind neun gute Argumente für eine Verlängerung des bis Sommer 2009 gültigen Vertrages inklusive kräftiger Gehaltsaufstockung.
Doch ob "Panther" Pantelic auch in der kommenden Saison noch für Hertha auf Torejagd geht, ist derzeit offen. Sein Berater Slobodan Komljenovic erkärte, Pantelic werde "in den nächsten Wochen eine Grundsatzentscheidung treffen". Angeblich sollen zuletzt die englischen Klubs FC Fulham, West Ham United und Bolton Wanderers angeklopft haben.
Pantelic will mehr Geld
Es ist ein offenes Geheimnis, dass Pantelic beim Hauptstadt-Klub eine angemessene Wertschätzung vermisst und sich unterbezahlt fühlt. Bislang kassiert er geschätzte 1,5 Millionen Euro jährlich und liegt damit rund eine Million unter den Spitzenverdienern Josip Simunic und Arne Friedrich. Beide machen sich für ein Bleiben des Torjägers stark. "Er zeigt seit Jahren, dass er ein Führungsspieler ist", meinte Simunic, und Kapitän Friedrich schwärmte: "Er spielt gut, kämpft und schießt Tore."
Dies ist auch Manager Hoeneß bewusst. Er sei sehr daran interessiert, Pantelic langfristig zu binden, doch Gespräche darüber würden erst im Sommer stattfinden. "Wenn er so weitermacht, dann winkt ihm ein Super-Vertrag", meinte der 55-Jährige, der bewusst das Risiko in Kauf nimmt, dass der Serbe mit jedem Treffer teurer und die Liste der Interessenten länger wird.
Der Grund hierfür liegt etwa ein Jahr zurück. Auch damals pokerte Pantelic nach einer überzeugenden Hinrunde (zehn Tore) um einen neuen Vertrag und baute in der Rückrunde stark ab. Hoeneß hatte ihn damals in seiner Wutrede bei der Mitgliederversammlung öffentlich an den Pranger gestellt: "Wenn ich von Marko höre, dass er zu wenig Tore schießt, weil er zu wenig Bälle bekommt, dann ist er falsch gewickelt. Er schießt zu wenig Tore, weil er sich zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt."
Der Stürmer wehrt sich indes gegen sein Image als launische Diva. "Ich habe bei Hertha vom ersten Tag an immer alles gegeben. Wer etwas anderes sagt, ist kein netter Mensch", sagte Pantelic. Die Wogen sind zwar inzwischen geglättet, doch die letzten Zweifel an seiner Charakterfestigkeit kann Pantelic wohl nur mit weiteren Toren beseitigen.
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