Harte Spielweise: Alle hassen Karlsruhes Maik Franz
zuletzt aktualisiert: 17.03.2008 - 10:16Frankfurt/Main (RPO). Nationalstürmer Mario Gomez vom VfB Stuttgart bezeichnete den Karlsruher Maik Franz nach dem Duell der beiden Klubs vor drei Wochen als "Arschloch", Luca Toni (Bayern München) hatte in der Vorrunde einen Hals auf den Abwehrspieler. Am vergangenen Wochenende kritisierte auch Ioannis Amanatidis von Eintracht Frankfurt den KSC-Profi wegen seiner Spielweise. Es scheint, als haben sich die Stürmer der Liga gegen Franz verbündet.
"Gomez hatte recht. Beleidigungen, Tretereien und auf den Fuß treten hat nichts mit Cleverness zu tun, sondern mit Dummheit. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht. Viel wird das nicht sein. Solche Personen machen das Fußballspiel kaputt", erklärte der Grieche nach dem 1:0-Erfolg der Hessen im Wildpark am vergangenen Samstag. Damit reagierte Amanatidis auf die ständigen Provokationen während der Partie. "Es kommt ja nicht von ungefähr, dass sich jeder über ihn beschwert. Da muss wohl was dran sein", sagte Amanatidis weiter.
Auch Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel schaltete sichin die Diskussion um die harte Spielweise Franz' ein und setzt auf die Einsicht des kritisierten Profis. "Ich gehe davon aus, dass Maik Franz aus den vergangenen Wochen lernt und sich zurücknimmt. Ich bin überzeugt, dass auch der KSC auf ihn einwirken wird, denn er ist sehr wichtig für die Mannschaft", sagte Funkel im "kicker".
"Maik Franz foult nicht, seine Gegner knien vor ihm nieder" - die KSC-Fans verteidigten den Defensiv-Spezialisten mit einem großen Plakat. Und auch der Abwehrspieler selbst weist die Vorwürfe entscheiden zurück. "Die können alle Taschentücher von mir haben, wenn sie heulen. Die haben doch auch ausgeteilt. Ich kann das ab, ich habe ein breites Kreuz", sagte er der "Bild".
Franz will seine Spielweise nicht ändern und der Welle der Empörung trotzen. "Ich werde genauso weiterspielen wie bisher", kündigte der 26-Jährige an und stellte gleichzeitig fest: "Ich bin der meistgehasste Spieler der Bundesliga." Er sei mit Sicherheit kein Unschuldslamm. Er sei ein Typ, der dazwischenfege und Zeichen setze. Wie sein Vorbild Stefan Effenberg.
Für die Reaktionen seiner Gegenspieler hat der 1,95 Meter große Blondschopf kein Verständnis. Franz: "Ich gehe an die Grenze, und es scheppert auch mal. Hier geht es um einen Haufen Kohle, da will ich drei Punkte für meinen Verein holen. Aber nach dem Spiel sollte man sich die Hand geben."
Am kommenden Wochenende ist Franz mit dem KSC zu Gast bei Borussia Dortmund. Das BVB-Offensivtrio Mladen Petric, Alexander Frei und Diego Fernando Klimowicz muss sich warm anziehen, denn auf dem Platz geht es sicher wieder mächtig zur Sache. Womöglich auch in den Interviews nach dem Spiel.
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