Krisensitzung beim VfB Stuttgart nach Pfeifkonzert: Magath kritisiert "überzogene Ansprüche"
zuletzt aktualisiert: 04.03.2004 - 13:03Stuttgart (rpo). Mit nur einem Sieg in den letzten zwölf Pflichtspielen hinkt der VfB Stuttgart in der Rückrunde der Bundesliga sowie in der Champions League bislang hinter den Erwartungen zurück. Teammanager Felix Magath hat sich jetzt schützend vor seine Mannschaft gestellt und kritisiert die "überzogenen Ansprüche".
"Es ist einfach nicht gerechtfertigt, diese junge Mannschaft an den Pranger zu stellen. Wenn von außen überzogene Ansprüche an das Team gestellt werden, ist es schon möglich, dass die Jungs daran zerbrechen. Dann wird der Druck gewaltig", sagte der 50-Jährige.
Frust bei Krisensitzung von der Seele geredet
Das drohende Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen Chelsea London sowie der erschreckend schwache Auftritt beim 0:0 gegen Schalke 04 am vergangenen Wochenende haben die Youngster aus dem Schwabenland schwer verunsichert. In der Hinrunde begeisterten sie das Publikum noch mit ihrer forschen, erfrischend offensiven Spielweise, gegen Schalke am vergangenen Samstag gab es vor heimischer Kulisse erstmals Pfiffe gegen die Magath-Elf.
Am Mittwoch trafen sich die VfB-Spieler daraufhin zu einem Mannschaftsessen, um sich den Frust von der Seele zu reden. "Ich gehe davon aus, dass unsere Ergebnisse jetzt wieder positiver werden", sagte Mittelfeldspieler Silvio Meißner nach der dreistündigen Krisensitzung.
Magath rechtfertigt seine Einkaufspolitik
Unterdessen sah sich Magath gezwungen, seine umstrittene Einkaufspolitik im Winter zu rechtfertigen. Während die Abgänge Timo Wenzel (Kaiserslautern) und Ioannis Amanatidis (Frankfurt) bei ihren neuen Klubs gleich zur Hochform aufliefen, hat allein Boris Zivkovic als einziger der drei Neueinkäufe bislang im Trikot der Schwaben überzeugen können. Hingegen kämpfen die beiden Schweizer Marco Streller und Hakan Yakin noch mit großen Anlaufproblemen.
"Für Yakin gilt dasselbe wie für Streller. Er wird uns perspektivisch weiterhelfen - und nichts anderes war geplant", meinte Magath und fügte süffisant hinzu: "Ich hätte auch lieber für 20 Millionen Euro einen Spieler wie Parker aus England verpflichtet. Aber dieses Geld hat mir die Vereinsführung nicht zur Verfügung gestellt."
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