MSV: Julian Kochs Powerlauf
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 04.10.2010 - 08:54Der 21-Jährige war der überragende Spieler gegen RWO. Die Führung bereitete er sensationell mit vor, vor dem 3:0 erkämpfte er sich den Ball / Schade, aber an seiner Rückkehr nach Dortmund geht wohl kein Weg vorbei.
Der Weg des jungen Blonden ist vorgezeichnet. Sein ganz persönlicher Marschplan: Erst VfL Hörde, dann zielgerichtete Ausbildung bei Borussia Dortmund, dann Spielpraxis in Duisburg, später wieder zurück nach Dortmund. Der Wechsel zur Borussia ist nicht aufzuhalten. Denn Julian Koch ist reif für die Bundesliga.
Als er kurz vor der Halbzeit sein Solo als Powerlauf vor dem Führungstor des dann von ihm profitierenden Stefan Maierhofer startete und die gewiss nicht schlechten Oberhausener umkurvte wie Fahnenstangen – die überragende Aktion ließ die Herzen höher schlagen. "Wir haben eine Superbilanz in der Schauinsland-Arena, die Fans peitschen uns nach vorne, die Atmosphäre ist gnadenlos gut", meinte Koch, der in der nächsten Saison wohl wieder vor 70 000 oder noch mehr Fans spielen dürfte.
Kampfgeist, Ballsicherheit
Aber das ist für Julian Koch aktuell kein Thema. Der 21-Jährige hängt sich voll rein beim MSV. Als rechter Verteidiger, als Vorstopper und für kurze Zeit (in Berlin) im Mittelfeld verrichtet Koch seine Jobs in fast schon gewohnter Reife. Das Talent lebt von seinem Kampfgeist, von seiner Ballsicherheit und dem energischen Zupacken. "Wir wollten von Anfang an Gas geben, aber das ist uns nicht gelungen", sprach Koch das zähe Ringen um klare Vorteile in der ersten Halbzeit gegen RWO an.
Da gab es nicht nur von ihm selbstkritische Töne. Filip Trojan: "Wir haben gesehen, warum Oberhausen auf Platz drei steht. Die haben eine breite Brust. Und wir haben uns lange schwer getan, konnten uns aber in der zweiten Halbzeit verbessern." Routinier Ivo Grlic brachte es auf den Punkt: "Das war harte Arbeit.
Das Lob vom Trainer
Auch der Trainer hatte ein Lob für die Mannschaft des Nachbarn parat. Milan Sasic: "Zur Pause war die Führung nicht unbedingt verdient. Danach hat die Mannschaft wieder so gespielt, wie wir uns das vorstellen." Das durchaus muntere Geschehen vor über 20 000 Zuschauern konnte auf einen Nenner gebracht werden. David Yelldell stand dafür Pate: "Die Tore vor und kurz nach der Pause fielen zum perfekten Zeitpunkt, dann war das Spiel so gut wie entschieden." Für den Keeper, der nur einmal, dafür überaus effizient gegen Ronny Königs Kopfball halten musste, freute sich: "Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk - drei Punkte im Derby." Der aus Koblenz gekommene Keeper wurde am Freitag 29 Jahre alt, befindet sich also im besten Torhüter-Alter.
Was jetzt noch fehlt zur Festigkeit des Teams, ist eine konstante Auswärtsleistung der Mannschaft. In Aue und Berlin wurden Punkte hergeschenkt, und das musste bei allem Respekt vor den beiden Teams nicht sein. Deshalb kann das erneute Kurz-Trainingslager in Bad Kreuznach mit den beiden Spielen gegen Koblenz und Mainz irgendwann Früchte tragen. Milan Sasic und die Spieler können daran arbeiten, auch auf fremden Plätzen das umzusetzen, was sie sich vorgenommen haben. Denn: Daheim ist das Kollektiv eine Macht, das sich vor niemand fürchten muss.










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