Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln: Overath bleibt Präsident
zuletzt aktualisiert: 15.11.2005 - 08:28Köln (rpo). Der 1. FC Köln hat auf seiner Jahreshauptversammlung Wolfgang Overath für vier weitere Jahre als Präsident gewählt, Manager Andreas Rettig dagegen wird den Verein bei einem erneuten Abstieg aus verlassen.
Overath wurde genauso wie die beiden Vize-Präsidenten Friedrich Neukirch und Jürgen Glowacz auf der Jahreshauptversammlung der "Geißböcke" mit überwältigender Mehrheit von den 2.152 Mitgliedern im Amt bestätigt. Der Weltmeister von 1974 und seine Crew sind seit Juni 2004 im Amt.
Dagegen wird Manager Rettig dem Verein nur dann erhalten bleiben, wenn der auch im kommenden Jahr noch im Oberhaus spielt. "Wenn es schief gehen sollte, dann ist es völlig klar, dass in der nächsten Saison der Manager nicht Rettig heißen wird", sagte der 42-Jährige, der am Montagabend im Mittelpunkt der Kritik stand.
Der Vertrag von Rettig läuft nach dieser Saison aus, nachdem er vor der Spielzeit einen Zwei-Jahres-Kontrakt abgelehnt und stattdessen nur für ein Jahr unterzeichnet hatte. "Ich lasse mich natürlich am Erfolg messen. Das geht allein aus meinem Vertrag hervor", sagte der Manager.
Overath zog dagegen eine positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit. "Wir haben unser erstes Ziel mit dem Aufstieg erreicht. Nun wollen und müssen wir unter allen Umständen den Klassenerhalt schaffen. Dass wir das schaffen, davon bin ich überzeugt. Wir wollen in den kommenden vier Jahren alles versuchen, dass wir das erreichen, was wir uns vorgenommen haben", sagte der Präsident, der zugleich dem anwesenenden und zuletzt umstrittenen Trainer Uwe Rapolder den Rücken stärkte: "Wir haben einen guten Trainer verpflichtet, der bewiesen hat, dass er mit einer Mannschaft arbeiten, ihr ein Gesicht geben und unter den gegebenen Umständen das Optimale herausholen kann. Das Vertrauen ist da. Wir lassen uns so schnell nicht erschüttern."
Applaus für Rapolder
Rapolder wurde von den Mitgliedern mit lautstarkem Applaus bedacht und zeigte sich anschließend erleichtert. "Ich bin mit etwas Bammel hierher gekommen. Wenn man regelmäßig weichgeklopft wird, hinterlässt das Spuren. Wenn es im zwischenmenschlichen Bereich ankommt, ist das nicht mehr lustig", gab der nach nur einem Punkt aus den vergangenen sieben Spielen in die Kritik geratene Coach zu: "Aber für mich ist es jeden Tag eine größere Herausforderung, den FC zu trainieren, und ich bin stolz, hier arbeiten zu dürfen."
Zuvor hatte der FC den Mitgliedern den Geschäftsbericht für die Saison 2004/05 vorgelegt. Dabei belief sich der Gesamtetat auf 34,6 Millionen Euro und war um 300.000 Euro niederiger als im Geschäftsjahr 2003/04. In der zurückliegenden Periode machte der Klub einen Verlust in Höhe von 4,98 Millionen Euro. Das Minus resultierte aus dem dritten Abstieg der Vereinsgeschichte und den daraus rückläufigen Fernsehgeldern (von 11 auf 4,8 Mio).
Der Fehlbetrag wurde allerdings durch die Ausgabe von Genussscheinen in Höhe von fünf Millionen Euro eigenkapitalseitig gedeckt. Für die laufende Bundesliga-Saison hat der FC den Vereins-Rekordetat von ursprünglich veranschlagten 41 auf 47 Millionen Euro erhöht. Damit soll die Mannschaft auch weiter verstärkt werden. "Wir werden ein Risiko, aber kein unkalkulierbares Risiko eingehen", so Overath weiter.
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