Vertrags-Verlängerung verschoben: Stuttgart: Magath liest VfB-Spielern die Leviten
zuletzt aktualisiert: 11.02.2004 - 14:52Stuttgart (rpo). Die Niederlage bei Hertha BSC Berlin hat beim VfB Stuttgart ihre Spuren hinterlassen: Trainer Felix Magath hat auf die Euphoriebremse getreten und seinen Spielern in aller Deutlichkeit die Leviten gelesen.
Der Stachel des 0:1 am vergangenen Sonntag bei Hertha BSC Berlin sitzt tief. 90 Minuten lang las der Teammanager des Tabellen-Dritten der Fußball-Bundesliga seinen Stars am Dienstag die Leviten. "Einige haben offenbar vergessen, wie hart für Siege gearbeitet werden muss", klagte Felix Magath in den Stuttgarter Medien.
Der Ex-Nationalspieler wirft einigen seiner Akteure vor, dass sie regelmäßig in Diskotheken der Stadt anzutreffen sind. "Die Spieler müssen jetzt sehr wachsam sein", sagte Magath. Als Drohung sei seine Äußerung aber nicht zu werten, sondern lediglich als "Hinweis" anzusehen.
Dabei tritt Magath weiter auf die Euphorie-Bremse: "Ich habe nie vom Titel gesprochen, mein Ziel ist und bleibt die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb." Doch ist das Thema Titel für den werdenden Vater keineswegs abgehakt. "Ich will nach wie vor gewinnen, aber so schnell geht das eben nicht", sagte der 50-Jährige und weist darauf hin, dass die Schwaben noch immer eine der jüngsten Mannschaften der Liga sind: "Die hat ihre Leistungsgrenze noch nicht erreicht. Bevor wir aber an Titel denken, geht es darum, sich an der Spitze zu etablieren."
Gereizt wirkt der "Trainer des Jahres" bei Vorwürfen, dass der 2,2-Millionen-Euro-Neuzugang Hakan Yakin (FC Basel) im Spiel in Berlin nicht zum Kader gehörte. "Ich habe mich entschieden, ihn zu Hause zu lassen - und damit basta", so Magath. Das sei abgehakt - wie im Moment auch eine Verlängerung seines Vertrages über das Jahr 2005 hinaus.
"Da gibt es im Moment keinen Termin, alles ist offen und im Augenblick habe ich andere Sorgen", meinte der VfB-Coach genervt. "Ich wollte im vergangenen Sommer einen langfristigen Vertrag. Den habe ich nicht bekommen. Ich habe genau das unterschrieben, was der Verein mir damals vorgelegt hat. Deshalb bin ich bei diesem Thema der falsche Ansprechpartner", erklärt Magath und schiebt in dieser Angelegenheit den "Schwarzen Peter" in Richtung Präsident Erwin Staudt, ohne diesen aber beim Namen zu nennen.
"Wir müssen wieder mit mehr Einsatz arbeiten", gab er seinen Spieler mit auf den Weg. Die können sich bereits am kommenden Samstag in der Heimpartie gegen Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr) rehabilitieren und ihrem Trainer ein Jubiläumsgeschenk bereiten. Für Magath ist es das 100. Bundesliga-Spiel auf der Stuttgarter Bank und das insgesamt 225. als Trainer.
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