Bundesliga-Skandal?: Doping-Ermittlung gegen Hoffenheimer Profis
zuletzt aktualisiert: 21.02.2009 - 15:25Frankfurt/Main (RPO). Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt auf Antrag der DFB-Anti-Doping-Kommission gegen Andreas Ibertsberger und Christoph Janker von Bundesligist 1899 Hoffenheim. Es geht um das Verhalten der Spieler bei den unangemeldeten Doping-Kontrollen nach dem Bundesliga-Spiel am 7. Februar 2009 in Mönchengladbach (1:1).
Die beiden zur Doping-Kontrolle ausgelosten Profis hatten sich entgegen der Vorschrift des Paragraf 7, Nr. 1, der DFB-Anti-Doping-Richtlinien nicht unmittelbar nach dem Abpfiff direkt vom Spielfeld in den Dopingkontroll-Raum begeben, sondern erschienen dort erst nach der Teilnahme an einer Mannschaftssitzung mit zehnminütiger Verspätung. Das gab der DFB bekannt.
Der DFB-Kontrollausschuss muss nun entscheiden, ob er deshalb ein sportgerichtliches Verfahren gegen Ibertsberger und Janker einleitet. Derzeit besteht Verdacht eines Verstoßes nach Paragraf 9, Nr. 1, der DFB-Anti-Doping-Richtlinien in Verbindung mit Paragraf 8, Nr. 3 a, der DFB-Rechts-und Verfahrensordnung sowie Artikel 2.3 des WADA-Codes.
1899 Hoffenheim wurden am 20. Februar über die Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses schriftlich informiert. Die Doping-Kontrolle in Mönchengladbach bei Ibertsberger und Janker hatte ein negatives Ergebnis.
Trainer Ralf Rangnick von Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat mögliche Dopingverstöße innerhalb seiner Mannschaft bestritten. "Dopingvorwürfe kann es keine geben, weil bei uns nicht gedopt wird", sagte Rangnick vor dem Punktspiel des Aufsteigers beim VfB Stuttgart dem TV-Sender Premiere. Darüber hinaus wollte sich der Trainer zu diesem Thema mit dem Hinweis auf auf das schwebende Verfahren nicht äußern.
Noch keine Einspruch von Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach hat vor dem Hintergrund möglicher Verstöße gegen die Dopingrichtlinien noch keinen Einspruch gegen die Spielwertung der Partie gegen 1899 Hoffenheim (1:1) eingelegt.
"Wir wollen uns zunächst intern beraten, bevor wir dazu Stellung nehmen", sagte Pressesprecher Markus Aretz vor dem Bundesligaspiel des Tabellenletzten gegen Hannover 96
Profis von Brescia Calcio kamen 30 Minuten zu spät - Ein Jahr Sperre.
Der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch, der auch Vorsitzender der DFB-Anti-Doping-Kommission ist, erklärte am Samstag zum Stand der Ermittlungen: "Der Fall ähnelt auf den ersten Blick dem Sachverhalt des Verfahrens gegen die italienischen Spieler Daniele Mannini und Davide Possanzini vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS, der die beiden am 29. Januar 2009 zu einer einjährigen Sperre verurteilte.
Ob diese Entscheidung tatsächlich auch für den Fall der beiden Hoffenheimer Profis anwendbar ist, muss nun zunächst einmal vom DFB-Kontrollausschuss genauestens geprüft werden."
Ein entscheidender Unterschied kann am Ende jedoch sein, dass die Ende Januar 2009 vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) mit zwölf Monaten Spielverbot belegten Spieler des SSC Neapel am 1. Dezember 2007 im Zweitliga-Spiel ihres früheren Klubs Brescia Calcio gegen Chievo Verona nicht nur mit zehn Minuten, sondern mit über 30 Minuten Verspätung zur Dopingprobe angetreten waren. Wie im Fall des Hoffenheimer Duos waren die Testergebnisse am Ende negativ.
Der italienische Fußballverband (FIGC) hatte nach dem CAS-Urteil erklärt, er wolle die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA einschalten beim CAS in Revision gehen. Es werde ein Dossier mit neuen Fakten verfasst, das die Unschuld der beiden Fußballer bezeuge. Die Initiative werde unterstützt von Gianni Petrucci, dem Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees CONI.
Aus Protest gegen dieses Urteil hatten die Meisterschaftspartien in Italien am ersten Februar-Wochenende auf Bestreben der Spielergewerkschaft (AIC) mit 15-minütiger Verspätung begonnen. Auch der Fußball-Weltverband (FIFA) habe sich in der Diskussion um die Doping-Sperren hinter die beiden Spieler gestellt, teilte der FIGC mit.
Auch die beiden Hoffenheimer Profis dürfen auf Beistand der Fifa und des DFB hoffen.
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