Hoffenheims Ibisevic fällt lange aus: Neuer Stürmer oder neues System?
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 16.01.2009 - 11:33Düsseldorf (RPO). Nachdem sich der Verdacht auf Kreuzbandriss bei Hoffenheims Angreifer Vedad Ibisevic bestätigt hat, stehen die Macher beim Überraschungs-Herbstmeister TSG Hoffenheim unter Druck. Reagiert der Aufsteiger auf die Verletzung des treffsichersten Angreifers mit einem Transfer? Oder wird das System umgestellt?
Der Schock sitzt tief in Hoffenheim. Kein Wunder, hatte Ibisevic doch in 17 Spielen der Bundesliga-Hinrunde 18 Treffer erzielt. Doch nun fällt der Tor-Garant aus Bosnien ein halbes Jahr aus, und Hoffenheim steht vor einer schwierigen Entscheidung. Setzt Trainer Ralf Rangnick weiter auf den erfolgreichen Kader oder kommt ein neuer Stürmer?
Vorstellbar wäre ein Transfer durchaus. "Es ist klar, dass wir die Sache intensivieren, wenn sich der Verdacht auf Kreuzbandanriss bei Vedad bestätigt", sagte Rangnick am Donnerstag im Trainingslager in La Manga, noch bevor die endgültige Diagnose feststand.
Namen werden beim Klub von Mäzen Dietmar Hopp bereits gehandelt. Der Schweizer Nationalspieler Eren Derdiyok stand schon nach der EM auf dem Wunschzettel von Rangnick, soll sich aber bereits mit Bayer Leverkusen einig über einen Sommertransfer sein. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die TSG bereits mit dem FC Basel in Kontakt getreten sei.
Auch der 21 Jahre alte kroatische Nationalspieler Nikola Kalinic passt in das Beuteschema von Rangnick. In der laufenden Saison traf er in 16 Ligaspielen für Hajduk Split bereits elf Mal. Im Umfeld des Klubs werden noch diverse Talente gehandelt, doch vielleicht kommt alles doch ganz anders.
"Der Neue kann ruhig älter sein"
"Der Neue kann ruhig ein wenig älter als Vedad sein. Er muss vor allem seine Torjäger-Qualitäten bereits nachgewiesen haben", sagt Rangnick über die mögliche Verstärkung im Angriff. Das bedeutet, dass Hoffenheim sein eigenes Konzept für den Titel über den Haufen wirft.
Der "Express" bringt sofort Leverkusens Edel-Reservisten Theofanis Gekas ins Gespräch. Der Grieche, derzeit bei Bayer nur zweite Wahl, hat seinen Torriecher in der Vergangenheit schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der Saison 2006/2007 wurde er mit 20 Toren Bundesliga-Torschützenkönig.
Oder stellt Ranf Rangnick sein System nach der Knieverletzung von Ibisevic um? Im Aufstiegsjahr spielte der verletzte Angreifer nur eine Nebenrolle, seine Sturmpartner Demba Ba und Chinedu Obasi wirbelten die Liga im Zwei-Mann-Angriff durcheinander.
Schlägt jetzt Wellingtons Stunde?
Eine dritte Lösung wäre der Einsatz des Brasilianers Wellington. Der Südamerikaner, der vor der Saison für 4,5 Millionen Euro in Hoffenheim anheuerte, aber in der Hinserie nur 28 Minuten Bundesliga-Luft schnupperte, gab zuletzt beim Hallenturnier in Mannheim eine gute Figur ab. Intern will man den 20-Jährigen aber wohl noch nicht ins kalte Wasser werfen. "Er braucht noch Zeit", dämpft Jan Schindelmeiser die Erwartungen.
Wie sich Hoffenheim auch entscheidet, es wird spannend, ob der Herbstmeister auch ohne Ibisevic in der Rückrunde so dominant auftritt wie bislang.
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