Nach Magaths Abgang: Wolfsburgs Team vor dem Zerfall
zuletzt aktualisiert: 07.05.2009 - 14:48Wolfsburg (RPO). Das Spitzenspiel am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) beim VfB Stuttgart gerät beim VfL Wolfsburg immer mehr zur Nebensache. Die Trainersuche und die Angst vor dem Zerfall der Mannschaft stehen bei den Niedersachsen ganz oben auf der Tagesordnung.
Armin Veh, Mirko Slomka, Christoph Daum, Marco van Basten, Slaven Bilic, Ronald Koeman oder vielleicht doch Michael Laudrup: Nachdem Felix Magath seinen Wechsel zu Schalke 04 verkündet hat, ist die Liste potenzieller Kandidaten für den Trainerposten beim Bundesliga-Tabellenführer lang und gewiss noch nicht vollständig.
Eigentlich sollte sich bei den Niedersachsen vor dem Spitzenspiel am Samstag beim VfB Stuttgart alles um den Titelkampf drehen - zu Schwindelgefühlen führt beim VfL nun aber das Trainerkarussell.
"Wir führen Gespräche und werden in den nächsten Wochen eine gute Lösung präsentieren", sagte Wolfsburgs Aufsichtsrats-Vize Stephan Grühsem und ergänzte gegenüber dem kicker: "Unser Fuß bleibt auf dem Gas. Wir halten unverändert am eingeschlagenen Kurs fest, den VfL langfristig erfolgreich in der Liga zu etablieren und werden dafür auch weiter investieren."
Magath hatte den VfL seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren runderneuert und konnte dafür rund 60 Millionen Euro an Ablösesummen in die Hand nehmen. Ob die Spendierfreudigkeit des alleinigen Klubeigners Volkswagen auch zukünftig derart groß ist, muss jedoch abgewartet werden und dürfte auch maßgeblich vom Saisonausgang abhängen. Bei einem Einzug in die Champions League würde schließlich auch mehr Geld in die Kasse kommen. Als letzte Aufgabe muss Magath seinem Nachfolger also noch das Feld bestellen.
Zerfall der Mannschaft droht
Die Wolfsburger stehen bei der Suche nach einem neuen Coach vor der Grundsatzfrage, ob man Team, Fans und Öffentlichkeit eine spektakuläre Lösung mit einem Trainer von internationalem Renommee präsentiert oder doch auf eine eher nationale Größe wie den ehemaligen Stuttgarter Meistermacher Veh oder Slomka zurückgreift. Zumal die Entscheidung auch Signalwirkung auf die Mannschaft haben dürfte. Bei der falschen Wahl droht eine Kettenreaktion, die zum Zerfall des Kaders führen könnte.
Zahlreiche Leistungsträger wie Spielmacher Zvjezdan Misimovic oder Torjäger Edin Dzeko hatten ihr Engagement beim VfL zuletzt immer wieder stark an die Person Magath geknüpft. Die Enttäuschung über den bevorstehenden Abgang von Wolfsburgs "Allmächtigem" war zahlreichen Profis ins Gesicht geschrieben. "Felix Magath war der Hauptgrund, warum ich nach Wolfsburg gekommen bin. Nun ist er bald weg", sagte Misimovic und ließ zwischen den Zeilen reichlich Raum für Spekulationen.
Inwieweit die Unruhe den Meisterschaftskampf beeinflusst, wird sich bereits in der Partie beim VfB zeigen. Zumindest verbal gibt sich das Team kämpferisch. "Wir haben noch vier Spiele. Der Titel wäre für den Trainer doch ein schönes Abschiedsgeschenk", meint Marcel Schäfer. Auch der Nationalspieler ist einer von Magaths "Jüngern" und hatte seine Vertragsverlängerung Ende vergangenen Jahres mit der Verbundenheit zum Coach begründet.
Grühsem & Co. benötigen nun nicht nur einen Trainer, sondern möglichst auch eine Galionsfigur. Ob der neue Mann wie Magath auch den Posten des Sportdirektors in Personalunion ausfüllen soll, ließ der VfL zunächst offen. Kandidaten für das Amt des Managers gibt es genug. Auch hier ist die Liste lang und gewiss noch nicht vollständig.
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