Ursprungs-Fohlen: Weisweiler Elf lebt weiter
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 07.01.2006 - 17:32 Mönchengladbach (RP). Acht Jahre nach dem Tod des Gladbacher Meistertrainers wurde die Weisweiler Elf gegründet. Zwar spielen keine Ursprungs-Fohlen mit, doch wird das Team mit vielen Ex-Borussen immer wieder gern gebucht.
Berti Vogts ist der Schirmherr, Jupp Heynckes der Ehrentrainer, Günter Netzer und Rainer Bonhof haben schon mal mit gespielt. Aber wenn Borussias Traditionsmannschaft 2006 ihr 15-jähriges Bestehen feiert, steht zwar „Weisweiler Elf“ auf dem Etikett, doch drin ist bis auf den unverwüstlichen Torjäger Herbert Laumen (61) kaum noch einer von den Spielern, die unter Trainer Hennes Weisweiler einst den Ruf der „Fohlenelf“ begründeten. „Unsere Gegner sind heute jüngere Spieler. Da könnten Berti, Günter oder Jupp vom Alter her nicht mehr mithalten“, sagt Charly Stock (69), der Netzer, Heynckes, Vogts & Co. einst auf der Massagebank fit machte. Und sich seit 1991 nicht nur weiter um den persönlichen Kontakt zu den Großen von einst, sondern auch um die Traditionsmannschaft von heute kümmert.
Und die ist auch ohne die Ursprungs-„Fohlen“ gern gesehener Gast bei Freundschaftsspielen, Turnieren und Vereinsjubiläen in der ganzen Republik. „Wir spielen zu unserer Freude und sehr oft für einen wohltätigen Zweck“, sagt Christoph Budde. Der 42-Jährige, der 50 Bundesligaspiele für Borussia machte, ist nun Organisator der Weisweiler Elf, die einen festen Stamm von etwa zwei Dutzend Spielern und gerade wieder frisches Blut bekommen hat: Bachirou Salou ist dabei, Michael Frontzeck auch schon mal wieder. Und am Wochenende gibt Kalle Pflipsen sein Debüt. Da wird am Samstag und Sonntag bei einem Hallenturnier in Saarbrücken und am Montag in Bielefeld gespielt, von wo das Deutsche Sport-Fernsehen ab 17 Uhr live berichtet, wenn Gladbach gegen Köln, Schalke, Bremen und Wolfsburg antritt.
Tradition wurde nach den goldenen 60er und 70er Jahren am Bökelberg nicht sonderlich gepflegt. Darum setzten sich Charly Stock, Herbert Laumen und Rudi Pöggeler (auch noch einer aus der Mannschaft, die 1965 in die Bundesliga aufstieg) 1991 zusammen und gründeten die Weisweiler Elf.
„Wir sind komplett unabhängig vom Verein, finanzieren uns selbst“, sagt Budde und freut sich, dass es jetzt zum ersten Mal Trikots und Trainingsanzüge von Borussia gab: „Wir machen ja auch Öffentlichkeitsarbeit für den Verein, spielen bei Fanklubs und haben dort etliche Freunde gewonnen. In Saarlouis spielten wir beim Jubiläum des Fanclubs Rodener Fohlen vor mehr als 1000 Zuschauern.“
Ein knappes Dutzend Auftritte im Jahr hat die Weisweiler Elf (2005 übrigens alle erfolgreich) für Leute wie Christian Kulik, Jörg Criens, Dirk Bakalorz, Thomas Herbst, Martin Schneider, Norbert Meier, Jörg Neun, Michael Klinkert, Marcel Witeczek, Horst Wohlers, Manfred Stefes, Kurt Pinkall, Schorsch Dreßen.
Und es finden sich noch andere bekannte Namen im Internet: „www.weisweilerelf.de“.
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