Werder Bremen: Spieler gibt Schaaf die Schuld
zuletzt aktualisiert: 22.08.2007 - 14:14Bremen (RPO). Den Start in die neue Saison hat sich Bundesligist Werder Bremen sicher anders vorgestellt. Dem 2:2 in Bochum folgte ein ernüchterndes 0:4 gegen Bayern München. Neben den schwachen Ergebnissen haben die Norddeutschen mit akuten Personalproblemen zu kämpfen.
Und Schuld daran ist nach Meinung eines Spielers Trainer Thomas Schaaf. Vor dem Punktspiel am kommenden Samstag bei Pokalsieger 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr/LIVE!-Ticker) dürften die Sorgenfalten der Verantwortlichen weiter zugenommen haben.
Waren es sonst Tore und Punkte, die kräftig angehäuft wurden, sind es derzeit vor allem verletzungsbedingte Ausfälle, die es zu addieren gibt. Der ortsansässige Weser Kurier zählte bereits 23 lädierte Spieler, seitdem das Training am 2. Juli aufgenommen wurde. Als letzter Profi meldete sich Stürmer Boubacar Sanogo mit Malaise am Fuß im Werder-Lazarett an, sein Einsatz im Spiel beim "Club" ist zumindest fraglich.
"So etwas habe ich nie erlebt", klagte Sportdirektor Klaus Allofs bereits vor Saisonbeginn. In Torsten Frings, Tim Borowski und Patrick Owomoyela fallen drei deutsche Nationalspieler noch wochenlang aus. Hinzu kommen der dauerverletzte Aaron Hunt und der nach seiner Nierentransplantation um Anschluss kämpfende Ivan Klasnic. Bei zahlreichen weiteren Spielern ließen kleinere Blessuren kaum eine geregelte Trainingsteilnahme zu. Das Einspielen der neuen Mannschaft war bisher nicht möglich, Werder geht am Stock.
Unter der Woche meldete sich nun auch noch ein Profi anonym via Bild zu Wort und machte den nach außen fast als unantastbar erscheinenden Coach Thomas Schaaf und dessen angeblich zu harte Trainingsmethoden für die Misere verantwortlich. Bisher gab es Maulwürfe bei Werder allenfalls auf dem grünen Trainingsgelände.
"Ich habe keinen Fehler gemacht"
"Ich habe keine Fehler gemacht. Wir machen diese Dinge seit Jahren", rechtfertigt sich Schaaf und muss sich bereits um den nächsten Problemfall kümmern. Der Brasilianer Carlos Alberto, mit 7,8 Millionen Euro Ablöse teuerster Zugang der Vereinsgeschichte, erlitt während einer Übungseinheit einen Schwächeanfall und wird nun erst einmal gründlich durchgecheckt. Möglicherweise droht die Nummer 24 auf der Verletztenliste.
Ihr Übriges tun die bisherigen Ergebnisse. In der Liga steht man nach dem Debakel gegen die Bayern auf dem 16. Tabellenplatz. Der Rekordmeister, dem man im Titelrennen eigentlich auf Augenhöhe begegnen wollte, ist bereits nach zwei Spieltagen um fünf Punkt enteilt.
Auch die Champions League könnte für Werder beendet sein, bevor sie eigentlich begonnen hat. Die vierte Teilnahme an der Gruppenphase in Folge ist nach dem mageren 2:1-Heimsieg gegen den kroatischen Meister Dinamo Zagreb ernsthaft gefährdet. "Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen und müssen beweisen, dass wir auch schwierige Zeiten bewältigen können", fordert Borowski. Diesen Aufruf kann aber auch er vorerst nur aus dem Lazarett geben.
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