Wechsel doch nicht perfekt: Veron sorgt weiter für Unruhe
zuletzt aktualisiert: 16.06.2001 - 20:31Manchester (rpo). Lazio verliert offenbar seinen argentinischen Fußball-Nationalspieler Juan Sebastian Veron. Es hieß, der Star spiele ab der kommenden Saison für den englischen Meister Manchester United, doch der Club dementiert jetzt den Deal. Derweil muss der italienische Fußball-Meister Lazio Rom am Sonntag beim Saisonfinale in Lecce auf seinen Mittelfeldstar Veron verzichten, weil seine Verstrickung in den Passfälscher-Skandal den Argentinier zu sehr erschüttert habe.
Am Freitag hatte die Diszplinarkommission der italienischen Liga eine Sperre von zwei Jahren für Veron gefordert, weil er falsche Dokumente vorgelegt haben soll, um die italienische Staatsangehörigkeit zu erlangen und in der Serie A nicht mehr als Ausländer zu gelten. Der Argentinier beteuert seine Unschuld.
Lazio-Trainer Dino Zoff strich Veron aus dem Kader für die Partie in Lecce, in der die Römer noch theoretische Chancen haben, den Lokalrivalen AS Rom von der Spitze zu verdrängen und den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.
Neben der Pass-Affäre sorgte Veron zudem am Freitag noch mit Meldungen über einen angeblichen Wechsel zum englischen Meister Manchester United für Schlagzeilen. Eine englische Zeitung hatte vermeldet, dass der 26-Jährige für umgerechnet 72 Millionen Mark nach England käme und einen Fünfjahervertrag erhalte. "ManU" hatte den Transfer aber umgehend dementiert.
"Wir haben Veron nicht verpflichtet", erklärte Manchesters Kommunikations-Direktor Patrick Harverson auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem hieß es aus Klubkreisen, es seien in absehbarer Zeit keine weiteren Verpflichtungen geplant.
Die Sun hatte bereits Einzelheiten des Transfers veröffentlicht. Veron, der bei Lazio noch einen Vertrag bis 2005 hat, sollte nach Informationen der Sun pro Woche 256.000 Mark verdienen. Die Ablösesumme sollte zudem in festgelegten Raten an die Italiener bezahlt werden.
Gegen den Argentinier läuft derzeit in Italien ein Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung. Veron wird ebenso wie Lazio-Präsident Sergio Cragnotti verdächtigt, Unterlagen gefälscht zu haben, um schneller eingebürgert zu werden. Beide müssen sich am 11. Oktober vor Gericht verantworten, schon jetzt forderte die Disziplinarkomission des italienischen Verbandes eine Sperre von jeweils zwei Jahren für Veron und Cragnotti und ein Bußgeld in Höhe von umgerechnet drei Millionen Mark für Lazio. Dennoch erklärte Veron: "Ich hatte vier wunderschöne Jahre in Italien, aber es ist an der Zeit für mich, eine neue Herausforderung anzunehmen.
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