"Sollen gefälligst Leistung zeigen": VFB-Manager Rüssmann: Kritik am eigenen Personal
zuletzt aktualisiert: 16.08.2001 - 15:26Stuttgart (rpo). Der Mann ist nicht zufrieden mit dem eigenen Personal: Mit kritischen Worten bedachte Rolf Rüssmann die Spieler des VfB Stuttgart vor der Auswärtspartie der Fußball-Bundesliga am Samstag beim Aufsteiger 1. FC Nürnberg.
"Es sind ein paar dabei, die sich Ausreden zurecht legen und hintenrum trällern. Da gehört mal wieder ein Spaten rein", polterte der 50-Jährige am Donnerstag in Stuttgart. Mit hochrotem Kopf erzürnte er sich weiter: "Wenn einer dem Leistungssport in die Augen sehen will, muss er auf dem Platz Leistung bringen. Wenn er nicht will, dann kann er gehen."
In den ersten drei Saisonspielen haben die Schwaben nicht gewonnen und keinen Treffer erzielt. Zwei torlose Remis auf eigenem Platz gegen den 1. FC Köln und den SV Werder Bremen sowie eine 0:2- Niederlage beim Hamburger SV schlagen bislang zu Buche.
Eine zusätzliche nervliche Belastung angesichts des schlechten Starts ließ Rüssmann nicht gelten: "Was ist denn da für ein Druck, wenn man am Samstag im Frankenstadion aufläuft. Ich habe aber den Eindruck, als ob wir auf die Schlachtbank fahren." Zumindest stehen Trainer Felix Magath beim Spiel gegen den Aufsteiger alle Spieler zur Verfügung mit Ausnahme des Langzeitverletzten Thomas Schneider (Knieprobleme) und der beiden im Aufbautraining befindlichen Ahmed Hosny und Jochen Endress.
Doch die torlosen Auftakt-Partien sowie das Warten auf den ersten Auswärtssieg nach 16 Monaten haben ihre Spuren bei der Mannschaft hinterlassen. "Die Stimmung geht", meinte Stürmer Sean Dundee, der in den letzten 19 Bundesliga-Partien nur ein Tor erzielte. Auch sein Angreifer-Kollege Viorel Ganea hat mangelndes Selbstvertrauen als einen Grund für die eigene Erfolglosigkeit und die seiner Mitstreiter ausgemacht. "Das ist ein Problem", befand der Rumäne, der zuletzt am 25. Spieltag der Vorsaison getroffen hatte.
Diesen Negativ-Strömungen will Rüssmann entgegenwirken. "Mir fehlt die Fröhlichkeit. Nur mit depressivem Verhalten geht überhaupt nichts", sagte der Ex-Profi. "Ich will sehen, dass ein Spieler rausgeht und sagt: Die hauen wir weg."
Doch bereits im Training mangelt es den Angreifern derzeit am nötigen Tordrang. "Unsere Stürmer müssen auch dort schon versuchen, unbedingt das Tor zu machen", bemängelte Magath. Mit Blick auf die Aufgabe bei seinem Ex-Club Nürnberg präsentierte sich aber auch der 48-Jährige zurückhaltend: "Wir werden versuchen, den Club nicht ins Spiel kommen zu lassen, dann sehe ich eine Chance für uns."
Um neuen Wind in das zuletzt eher laue Angriffsspiel der Schwaben zu bringen, schloss der ehemalige Nationalspieler eine Änderung seines taktischen Konzepts nicht aus. Möglicherweise löst Magath einen Spieler aus der Vierer-Abwehrkette, um mit einem dichteren Mittelfeld die Stürmer öfter in Szene zu setzen. Wer das Angriffsduo bilden wird, beantwortete er angesichts der momentanen Situation beinahe zweideutig: "Das Niveau ist ähnlich bei allen Spielern."
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