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| 12.21 Uhr

"Absolute Grütze"
VfB Stuttgart und Wolf sauer über Trainerschelte von Scholl

Mehmet Scholl: VfB Stuttgart und Hannes Wolf sauer über Trainerschelte
Stuttgarts Trainer Hannes Wolf. FOTO: dpa, crj gfh
Stuttgart. Mehmet Scholl sorgt wieder mal für Aufregung. Mit Äußerungen über junge Trainer und Spieler provoziert er heftige Reaktionen. Hannes Wolf von Bundesligist VfB Stuttgart wies die Generalkritik zurück.

"Ich mag ihn sehr, seine Kreativität, seinen Humor. Aber dass er sich als Ex-Profi über Trainer stellt, die selbst keine Profis waren, ist grenzwertig. Und ich glaube, das weiß er auch", sagte Wolf nach dem 0:2 (0:1) der Stuttgarter gegen Bayer Leverkusen.

Noch deutlicher wurde VfB-Sportvorstand Michael Reschke "Ich hoffe, er weiß selber, dass es absolute Grütze ist, die er da erzählt hat", sagte der Manager.

Scholl hatte in seiner Radiosendnung "Mehmets Schollplatten" im Bayerischen Rundfunk die sogenannten "Systemtrainer" wie Wolf oder Domenico Tedesco (Schalke 04) kritisiert. "Die Tedescos, die Wolfs - sie sprießen aus dem Boden und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben", sagte er.

Diese Trainer seien "nicht wirklich an den Menschen interessiert". Letztlich werde deshalb ganz oben nur noch "eine weichgespülte Masse ankommen, die erfolgreich sein, aber niemals das Große gewinnen wird", sagte Scholl. Die Trainerausbildung in Deutschland hält der 46-Jährige für "Gehirnwäsche". DFB-Chefausbilder Frank Wormuth sagte der "Bild": "Inhaltlich entbehren diese Aussagen jeglicher Grundlage. Ich sehe nur einen Hilferuf eines Enttäuschten."

Heynckes lobt Tedesco

Auch Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes ergriff Partei für Wolf, Tedesco und Co. "Man sollte jungen Trainern eine Chance geben und auch Fehler zugestehen", auch wenn dies in der heutigen Zeit "wahnsinnig schwierig" sei, etwa bei Schalke 04.

Er sei selbst erst 34 Jahre alt gewesen, als er ins Trainergeschäft eingestiegen sei, merkte Heynckes an. Deshalb sehe er das mit dem Alter "nicht so dramatisch", wichtig sei vielmehr, "dass man einen klaren Plan hat, dass man einer Mannschaft Struktur gibt, dass man weiß, wie das Ganze funktioniert". Tedesco etwa mache das bei Schalke "gut", er verhalte sich unter anderem "unaufgeregt an der Seitenlinie, das gefällt mir".

Wolf (36) drückte einst mit Scholl beim Trainerlehrgang die Schulbank und nannte den ehemaligen Bayern-Star einen "offenen Typen mit vielen Ideen". Hier könne er Scholl aber nicht folgen. "Ich finde schon, dass der deutsche Fußball gute Spieler hervorgebracht hat, seit es Nachwuchsleistungszentren gibt", sagte er, und ergänzte schmunzelnd: "Ich mag ihn trotzdem."

(sid/dpa)
 
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