2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 15.30 Uhr

Krisengipfel in Stuttgart
VfB und Werder wollen Befreiungsschlag erzwingen

Fotos: Kramny leitet erstmals Training des VfB Stuttgart
Fotos: Kramny leitet erstmals Training des VfB Stuttgart FOTO: dpa, mut vfd
Bremen/Stuttgart. Krisengipfel im Ländle: Mit Stuttgart und Bremen treffen am Sonntag die derzeit wohl schlechtesten Teams der Liga aufeinander.

Viktor Skripnik stützte sich auf seine Ellenbogen, zog die Augenbrauen hoch und redete Klartext. Ja, Werder Bremen steckt in einer "enorm unangenehmen Phase", sagte der Ukrainer. Und ja, im Kellerduell beim Vorletzten VfB Stuttgart muss unbedingt ein Sieg her: "Es ist sehr wichtig für uns, die drei Punkte mitzunehmen."

Stuttgart gegen Werder - mehr Krisengipfel geht in der Bundesliga im Moment nicht. Hier nur einige Zahlen über das Duell Vorletzter gegen Fünfzehnter (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky): Skripnik hat mit Werder acht der letzten zehn Spiele verloren und ist in diesem Zeitraum das schwächste Team der Liga. Stuttgart und Bremen sind die Teams mit den meisten Niederlagen (zehn und neun) und meisten Gegentoren (35 und 28). Die Schwaben quälen ihre Fans mit der bisher schlechtesten Bilanz der Klubgeschichte (zehn Punkte), Werder war nur vor 41 Jahren noch schlechter als jetzt (13 Punkte).

Die Bedeutung der Partie für beide Klubs ist daher immens. "Alles, was wir jetzt erreichen, verbessert unsere Situation - aber es ist kein Endspiel", sagte Stuttgarts Interimstrainer Jürgen Kramny, der in seiner zweiten Partie als Nachfolger des gescheiterten Alexander Zorniger unbedingt die Wende im Ländle einleiten will: "Das Ziel ist es, bis Weihnachten nicht mehr auf einem Abstiegsplatz zu stehen."

Kramny freut sich auf Heimpremiere

Seine eigene Zukunft blendet Kramny auf dieser Mission angeblich aus. "Das ist völlig unwichtig", sagte der 44-Jährige. Er sei Interimstrainer, ob für zwei Spiele oder zwei Spielzeiten, sei nicht relevant. Kramny brennt einfach auf sein Heim-Debüt: "Wenn ich ins Stadion einlaufe, wird da Freude pur sein." Von Nervosität keine Spur: "Ich denke, dass ich kein Frischling bin."

Skripnik passt es gar nicht, dass Stuttgart einen Neuen auf der Bank hat. Das mache die taktische Einstellung schwieriger. "Du weißt nicht, wie die Mannschaft im Moment tickt", sagte der 46-Jährige, der unter der Woche zwei Mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren ließ: "Wir müssen uns auf uns konzentrieren und dann auf den Gegner schauen."

Skripnik hofft nach all den Enttäuschungen der vergangenen Wochen auf eine Reaktion seines Teams. "Die Spieler sind selbstkritisch genug, sie ärgern sich am meisten über die Situation und die Leistung", sagte er: "Sie haben am Sonntag die Chance, ihren Worten auf dem Platz Taten folgen zu lassen."

Und damit auch ein Stück weit ihrem Trainer den Job zu sichern. Skripnik steht an der Weser zwar noch nicht zur Diskussion, aber nur verlieren, darf das Klubidol auch nicht. "Wir dürfen uns nicht in die Ecke treiben lassen. Ich glaube, dass Viktor der richtige Trainer für Werder ist", sagte Aufsichtsrats-Chef Marco Bode in einem Interview mit dem Weser-Kurier. Auf die Frage, ob Skripnik auch bleibt, sollten bis Weihnachten alle vier Pflichtspiele verloren gehen, wich Bode aber aus. "Ich werde hier keine Wenn-Sätze bilden, sondern ich sage, was jetzt meine Überzeugung ist - und gehe davon aus, dass das auch so bleibt", sagte der ehemalige Nationalspieler: "Die Spielchen, meine Sätze zu interpretieren, die überlasse ich Ihnen."

 

(sid)
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