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| 16.46 Uhr

VfB stelle neuen Sportdirektor vor
Reschke kündigt Transfers an und kann Dembélé verstehen

Stuttgart stelle neuen Sportdirektor Reschke vor
Stuttgart stelle neuen Sportdirektor Reschke vor FOTO: dpa, cdt sab
Stuttgart. Michael Reschke ist am Montag als neuer Sportdirektor beim VfB Stuttgart vorgestellt worden. Der Bundesliga-Aufsteiger verfolgt mit dem ehemaligen Technischen Direktor des FC Bayern München große Ziele.

Erst den Klassenerhalt sichern, mittelfristig nach Europa: Der neue Sportvorstand Michael Reschke hat beim VfB Stuttgart hohe Anforderungen zu erfüllen. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Aufsteigers, Wolfgang Dietrich, gab bei der Vorstellung von Reschke am Montag langfristige Ziele aus. "Ziel des VfB ist es, erst die Klasse zu halten, sich dann zu etablieren und im vierten Jahr das obere Drittel zu erreichen", sagte Dietrich am Montag.

Daran soll der von Bayern München geholte Reschke großen Anteil haben. "Wir wollen jungen Spielern eine Möglichkeit bieten, sich beim VfB weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt zu machen", sagte Reschke: "Ich möchte zunächst mal ankommen, dann meine Rolle definieren. Momentan ist die Kaderplanung natürlich vorrangig. Die Ausgangsposition der Mannschaft ist gut. Wir hoffen aber, dass wir noch erfahrene Spieler dazu bekommen."

Sein Job-Profil wird sich im Vergleich zu seinen bisherigen Beschäftigungen aber wandeln. "Mit dieser neuen Herausforderung ist auch für mich klar, dass sich mein Rollenbild deutlich verändern wird. Ich werde deutlich näher an Mannschaft, Trainer und Klub sein und nicht mehr so viel reisen", sagte der 59-Jährige.

Reschke hat Verständnis für Dembélé

Reschke kann das Verhalten von Borussia Dortmunds wechselwilligem Fußballer Ousmane Dembélé ein Stück weit verstehen. "Es ist für ihn auch nicht so leicht, wenn man mit solchen Zahlen und Visionen konfrontiert wird. Dass das einen beschäftigt, ein gewisses Verständnis habe ich sogar dafür", sagte Reschke.

"Die Situation des Spielers kann ich ganz gut einschätzen, weil wir aus Münchner Sicht auch interessiert waren. Letztes Jahr war die Situation so, dass auch der FC Barcelona und der FC Bayern München den Spieler verpflichten wollten. Barcelona war schon damals der Lieblingsverein", berichtete Reschke. "Er hat sich aber ganz bewusst für den Weg Borussia Dortmund entschieden, weil er auch glaubhaft erklärt hat, er fühle sich noch nicht bereit, bei einem der absoluten Topklubs zu spielen." Nun mit solchen Angeboten umzugehen, das könne einen jungen Spieler überfordern.

Reschke lobt, wie sich Dortmund verhalte: "Ich finde es klasse, wie (Hans-Joachim) Watzke und (Michael) Zorc damit umgehen." Dembélé hatte vergangene Woche das Training geschwänzt, nachdem Dortmund ein erstes Angebot des FC Barcelona abgelehnt hatte. Seither ist der 20 Jahre alte Franzose "bis auf Weiteres" suspendiert. Barcelona möchte ihn als Nachfolger für Neymar nach Spanien holen.

Schindelmeiser wehrt sich gegen Kritik

Derweil setzte sich sein geschasster Vorgänger Jan Schindelmeiser gegen die Kritik an seiner Arbeit in Stuttgart zur Wehr. "Beim VfB Stuttgart gibt es nicht einen einzigen Spieler, der nicht als Produkt eines Teamprozesses verpflichtet wurde", sagte er im kicker zu Vorhaltungen, er habe Transfers im Alleingang getätigt. Schindelmeiser war am vorvergangenen Freitag nach internen Differenzen von seinen Aufgaben entbunden worden.

Zum Zerwürfnis mit dem Aufsichtsrat um Dietrich kam es offenbar aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Gestaltung des Kaders und die Gestaltung der Zukunft nach dem Aufstieg in die Bundesliga. Dietrich ergänzte bei der Vorstellung von Reschke, dass die "Vertrauensgrundlage" nicht mehr gegeben gewesen sei. Schindelmeiser habe sich "die Erfüllung dieser Aufgabe zugetraut, wir nicht. Wir haben die Entscheidung einstimmig in allen Gremien getroffen. Das betrifft die Personen, die täglich mit ihm gearbeitet haben, und die, die etwas entfernter waren."

Schindelmeiser sah sich unter anderem mit dem Vorwurf konfrontiert, zu sehr auf junge Spieler zu setzen und nach dem Aufstieg zu wenig erfahrene Spieler verpflichtet zu haben. "Wir haben konsequent das gemacht, was wir seit einem Jahr gesagt haben. Ziel war, Gegenwart und Zukunft miteinander in Einklang zu bringen. Das war der Schlüssel, um die Menschen in Stuttgart wieder für den VfB zu gewinnen", entgegnete er.

(seeg/sid/dpa)
 
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