2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 11.00 Uhr

Sportdirektor muss gehen
VfB trennt sich von Dutt – Luhukay neuer Trainer

Robin Dutt – Halb-Inder, Trainer, Funktionär
Robin Dutt – Halb-Inder, Trainer, Funktionär FOTO: dpa, Dominique Leppin
Stuttgart. Der Nächste, bitte! Nach Trainer Jürgen Kramny und Präsident Bernd Wahler muss beim abgestürzten VfB Stuttgart auch Sportvorstand Robin Dutt gehen. Als neuer Coach wurde "Aufstiegsexperte" Jos Luhukay vorgestellt.

Der Absturz des VfB Stuttgart hat sein letztes "Opfer" gefordert. Der Neuanfang beim schwäbischen Traditionsklub in der 2. Liga erfolgt ohne Sportvorstand Robin Dutt, der am Dienstag von seinen Aufgaben entbunden wurde. Gleichzeitig stellte der Klub den Niederländer Jos Luhukay als neuen Trainer vor, der nach seinen Erfolgen in der Vergangenheit als ausgewiesener "Aufstiegsexperte" gilt.

Nach Präsident Bernd Wahler und Trainer Jürgen Kramny ist mit Dutt auch der dritte Hauptverantwortliche für den zweiten Bundesliga-Abstieg nach 1975 in Stuttgart Geschichte. Während die Präsidentenfrage noch bis Oktober offen bleiben dürfte, wurde bei den beiden anderen Planstellen nun schon einmal der Trainerposten umgehend nachbesetzt.

Luhukay, der schon Borussia Mönchengladbach (2008), den FC Augsburg (2011) und Hertha BSC (2013) in die deutsche Eliteklase (zurück) geführt hat, soll gleiches auch beim VfB schaffen. "Er kennt den deutschen Fußball aus verschiedenen Blickwinkeln und ist als Cheftrainer bereits mit drei Vereinen in die Bundesliga aufgestiegen", sagte Jochen Röttgermann, Vorstand Marketing und Vertrieb: "Er kann sehr gut einschätzen, vor welchen Herausforderungen wir gemeinsam in den kommenden Wochen und Monaten stehen."

Die Trennung von Dutt erfolgte derweil nach Klubangaben in gegenseitigem Einvernehmen. "Wir sind nach einem intensiven Austausch übereingekommen, dass eine Trennung von Robin Dutt die richtige Entscheidung ist, um den notwendigen Neustart für den VfB zu ermöglichen", sagte Stuttgarts Aufsichtsratsvorsitzender Martin Schäfer.

Der zuletzt viel kritisierte Dutt sagte: "Das Wohl des Vereins steht immer an oberster Stelle. Da es zuletzt unterschiedliche Auffassungen über die Neuausrichtung des Vereins gab, ist es konsequent, sich zu trennen."

Dutt war im Januar 2015 zu den Schwaben gekommen. Nach dem ersten Sturz des Klubs in die 2. Liga seit 41 Jahren am vergangenen Wochenende hatte er seine Zukunft offen gelassen, allerdings einen Trend zur Fortsetzung seiner Tätigkeit angedeutet. Diese gewährte ihm der Aufsichtsrat nun nicht mehr.

Dutts Nachfolger soll spätestens in der kommenden Woche benannt werden. Die Zeit drängt, nimmt der VfB doch bereits in rund vier Wochen die Vorbereitung auf seine erste Zweitliga-Saison seit 1975/76 auf. Als mögliche Dutt-Erben nennen Stuttgarter Medien die wenig wahrscheinliche Variante Stefan Reuter (FC Augsburg) sowie den früheren Hoffenheimer Jan Schindelmeiser und St. Paulis Andreas Rettig.

Unklar blieb zunächst, wie die künftige Führungsstruktur aussehen soll. Im Gespräch ist ein ehrenamtlicher statt eines hauptamtlichen Präsidenten. Im Umfeld des Klubs werden die Klublegenden Karl Allgöwer, Guido Buchwald oder Hermann Ohlicher gehandelt. Auch der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) ist mal wieder im Gespräch. Zudem soll der Aufsichtsrat um im Fußball erfahrene Personen erweitert werden.

(dpa)
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