1. Bundesliga 16/17
| 16.23 Uhr

Von Bayern zu Wolfsburg
Dante kein Abschiebe-Opfer: "Wurde nicht vor die Tür gesetzt"

Draxler und Dante: Erst Training, dann Vorstellung in Wolfsburg
Draxler und Dante: Erst Training, dann Vorstellung in Wolfsburg FOTO: dpa, pst nic
Wolfsburg/München. 23 Tage nach seinem Wechsel kehrt Dante im Trikot seines neuen Klubs VfL Wolfsburg zu Bayern München zurück. Über den wahren Grund seines Wechsels wird weiter spekuliert.

Abgeschoben oder auf Wunsch gewechselt: So richtig schlau wurde man aus dem Transfer von Abwehrspieler Dante zum VfL Wolfsburg nicht. Angeblich soll sein Verhältnis zu Bayern-Trainer Pep Guardiola nicht mehr gestimmt haben. Da der Transfer am Ende so rasch über die Bühne ging, holten die Bayern die offizielle Verabschiedung mit Geschenken und warmen Worten am Dienstag vor dem Wiedersehen in der Bundesliga nach.

"Ich hätte auch in München bleiben können, Bayern hat mich nicht vor die Tür gesetzt", sagte der 32-Jährige über seine Situation dem kicker. Dass man ihn beim Rekordmeister nicht mehr gebraucht habe, streitet der Innenverteidiger ab. "Das hat man mir so nicht gesagt", meinte Dante. Am 30. August war er für eine geschätzte Ablöse von vier Millionen Euro gewechselt und unterschrieb bis 2018.

Wie der Innenverteidiger erklärte, habe für ihn die Suche nach etwas Neuem im Mittelpunkt gestanden. "Ich war bei Bayern in einer Komfortzone", so Dante. "Ich hatte noch zwei Jahre Vertrag, also alles gut. Aber ich merkte, dass ich nicht mehr die Verantwortung bekam, die ich früher hatte." Deshalb habe er eine neue Herausforderung gesucht.

Guardiola jedenfalls sah sich nicht als Auslöser des Wechsels. "Kaufen oder Verkaufen - das hängt vom Verein ab", betonte der spanische Meistercoach vor dem Bundesligaduell Meister gegen Vizemeister. Zwischen den Zeilen von Guardiolas Aussagen war aber auch Erleichterung herauszuhören. "Ich will, dass alle meine Spieler glücklich sind. Wenn einer enttäuscht oder sauer ist, ist es besser, wenn er etwas anderes findet."

Für seinen ehemaliger Nebenmann bei den Bayern, Jerome Boateng, kam der Wechsel sehr plötzlich. "Es wird sicher komisch sein, ihn in den Wolfsburger Farben zu sehen, nachdem er bis vor drei Wochen noch Rot getragen hat", sagte der Abwehrchef. Boateng sieht für seinen ehemaligen Mitspieler bei den Wölfen eine gute Perspektive: "Er wollte mehr spielen, in Wolfsburg hat er dafür gute Chancen."

Drei intensive Jahre erlebte Dante Bonfim Costa Santos bei den Bayern. Der Höhepunkt war der Gewinn der Champions League 2013, als der Ex-Mönchengladbacher noch Stammspieler war. "Der Verein hat lange auf diesen Erfolg gewartet. Und dann haben wir es gleich in meinem ersten Jahr geschafft", sagte der Südamerikaner rückblickend. Und auch Guardiola sah ihn in dieser Zeit stark: "Das Triple unter Jupp Heynckes wäre ohne Dante nicht möglich gewesen."

Mit dem 1:7-Debakel bei der WM im Halbfinale gegen Deutschland sank der Stern des Abwehrmannes aber zusehends. Immer häufiger mischten sich eklatante Fehler in die Aktionen des Defensivmannes, immer häufiger saß er auf der Bank, bis sein Ende bei den Bayer kam.

Seine Titelauswahl lässt sich dennoch sehen. Seit seinem Kommen im Sommer 2012 für etwa 4,5 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach gewann der Lockenkopf mit München drei deutsche Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und eben einmal die Königsklasse.

(sid)
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