1. Bundesliga 16/17
| 13.34 Uhr

Nationalspieler äußert Wechselwunsch
Draxler wird zum "Klubhopper"

Julian Draxler will Abenteuer VfL Wolfsburg nach einem Jahr beenden
Julian Draxler hat am Mittwoch ganz normal mit der Mannschaft trainiert. FOTO: dpa, jhe
Wolfsburg. Beim ersten Training nach dem Sommerurlaub ließ sich Julian Draxler von den Augen der Fans des VfL Wolfsburg nichts anmerken. Äußerlich unbeeindruckt absolvierte der wechselwillige Nationalspieler eine 90-minütige Übungseinheit und verschwand wortlos, nur seine knallgelben Fußballschuhe stachen ins Auge.

Doch danach gab es Redebedarf, Sportdirektor Klaus Allofs und Trainer Dieter Hecking hatten den 22-Jährigen zum Rapport bestellt. Denn der Mittelfeldspieler will vier Jahre vor Ablauf seines Vertrages die Niedersachsen schon wieder verlassen – und hatte dies die Öffentlichkeit via "Bild"-Zeitung auch unmissverständlich wissen lassen.

"Man redet nur über die Medien mit mir. Dabei ist es so, dass ich nach der EM gegenüber Trainer Dieter Hecking klar geäußert habe, dass ich den VfL Wolfsburg verlassen möchte", sagte Draxler dem Blatt im Klageton. Es sei besprochen gewesen, dass man vernünftig miteinander rede, wenn andere Vereine Interesse zeigen.

Doch eine schriftliche Ausstiegsklausel gibt es offensichtlich nicht und so hatte Allofs angesichts zahlreicher personeller Baustellen bei den Wölfen erst zu Wochenbeginn auf Draxlers Vertragserfüllung beharrt: "Ein Spieler muss vielleicht auch mal damit leben, dass etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt."

Doch dazu ist der Ex-Schalker, erst vor zwölf Monaten aus Gelsenkirchen an den Mittelland-Kanal gewechselt, anscheinend nicht bereit. Italiens Rekordmeister Juventus Turin und der FC Arsenal sollen bereits ihre Fühler nach Draxler ausgestreckt haben. Und sie bringen nicht nur viel Geld mit, – man spekuliert über Summen bis zu 60 Millionen Euro – sondern bieten auch Spiele auf der großen internationalen Bühne.

In Wolfsburg hingegen wird es zumindest in der kommenden Spielzeit nur Bundesliga-Alltagskost geben. Doch auch Draxler konnte in der vergangenen Saison nicht verhindern, dass die Norddeutschen bis auf den achten Tabellenplatz abrutschten und somit sogar die Qualifikation für die Europa League verpassten.

Und nachdem bereits mit Andre Schürrle ein weiterer Nationalspieler aus der Offensivabteilung Wolfsburg in Richtung Dortmund verlassen hat, ist es ausgeschlossen, dass Allofs einen Draxler-Transfer einfach so abnickt. Es dürfte ein Pokerspiel beginnen, das bis zur Schließung des Transfer-Fensters am 31. August anhalten könnte.

Denn Allofs und Hecking haben auch an dem Vorwurf zu knabbern, gegenüber den empfindlichen Profikicker wortbrüchig geworden zu sein. Draxler: "Beide hatten mir zugesichert, dass ich den Verein verlassen kann, wenn sich dazu Möglichkeiten ergeben. Wolfsburg war für mich eine gute Perspektive, aber auch ein Sprungbrett."

(seeg/sid)
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