1. Bundesliga 16/17
| 10.37 Uhr

Kommt Draxler nach Wolfsburg?
De Bruynes Wechsel belebt den Transfermarkt

Das ist Kevin De Bruyne
Das ist Kevin De Bruyne FOTO: afp
Düsseldorf. Wolfsburg muss eine sportliche Lücke schließen. Der Schalker Draxler wird wohl zum VfL gehen. Von Robert Peters

Das englische Pfund steht gut. Das freut wahrscheinlich ein paar Börsianer. Den englischen Profifußball freut es noch mehr. Er kann auf dem Transfermarkt mit dem Geld herumwerfen, dass es eine wahre Pracht ist. Und er wildert zurzeit besonders gern in der Bundesliga. Für die unsittliche Ablösesumme von 75 Millionen Euro verpflichtet Manchester City den Wolfsburger Kevin De Bruyne. Tottenham Hotspur holt den nicht gerade durch Weltklasse-Leistungen aufgefallenen Leverkusener Heung-Min Son für schlappe 30 Millionen Euro. In beiden Fällen müssen nur noch minimale Details ausgehandelt werden. Vor ein paar Wochen zog Firmino für 41 Millionen Euro von Hoffenheim zum FC Liverpool.

Solche Transfers werden die Regel, denn ab der nächsten Saison profitieren die Engländer nicht mehr nur vom Wechselkurs des Pfunds, sondern von einem TV-Vertrag, der ihnen drei Milliarden Euro pro Spielzeit sichert - mehr als dreimal so viel, wie die armen Kerle in Deutschland einnehmen. Deswegen jammern die jetzt ganz laut.

Das wiederum ist scheinheilig. Denn Klubs wie Wolfsburg, Hoffenheim und Leverkusen profitieren natürlich auch von den rasant steigenden Ablösesummen. Wolfsburg ganz konkret, weil es vor De Bruynes Wechsel keine neuen Leute nach Niedersachsen holen durfte. Das verhinderten die Gesetze des Financial Fair Play, an denen sich die Uefa neuerdings orientiert. Ausgaben und Einnahmen auf dem Transfermarkt müssen danach gleich sein.

Der Wechsel des belgischen Nationalspielers spült mächtig Geld in die Bundesliga (womöglich kommen sogar noch 20 Millionen durch einen Transfer Ivan Perisic' zu Inter Mailand hinzu). Und er wird ebenso wie der Abgang von Son den Transfermarkt in der Bundesliga auf den letzten Metern bis zum offiziellen Schluss am Montag um 18 Uhr noch mal in Fahrt bringen. Wolfsburg wird nun mit dicken Geldbündeln nach Julian Draxler werfen. Nur weil der beim heutigen Bundesliga-Gegner Schalke 04 spielt, fällt die Entscheidung nicht vor der Begegnung der beiden Mannschaften. Das hat der Schalker Manager Horst Heldt betont. 30 Millionen Euro wird Wolfsburg wohl zahlen müssen, mit 75 oder mehr Millionen in der Tasche ist das kein Problem.

Die Frage ist allein, wie Wolfsburg die sportliche Lücke füllen kann, die De Bruyne hinterlässt. Draxler allein wird das nicht gelingen. Und Wolfsburg hat überhaupt nichts davon, mit einem fetten Konto der Musik hinterherzulaufen. Immerhin ist es erklärte Absicht, irgendwann sogar die großen Bayern anzugreifen. Geschäftsführer Klaus Allofs hat immer versichert, es gebe für den Fall des Abschieds von De Bruyne einen Plan B.

Quelle: RP
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