1. Bundesliga 16/17
| 07.29 Uhr

ManCity lockt De Bruyne mit Millionen-Gage
Ein beinahe unmoralisches Angebot

Das ist Kevin De Bruyne
Das ist Kevin De Bruyne FOTO: afp
Wolfsburg/Düsseldorf. Der Moderator wollte nur besonders lustig sein. Deshalb ließ Alexander Bommes, bekannt aus Funk und Fernsehen (Sportschau), seinen ebenfalls aus Funk und Fernsehen bekannten Ehrengast Kevin De Bruyne ein Sätzchen nachsprechen. "Ich werde auf jeden Fall diese Saison beim VfL Wolfsburg spielen", lautete es. Das Publikum hatte großen Spaß. Von Robert Peters

Der VfL Wolfsburg weniger. Dessen Geschäftsführer Klaus Allofs beschwerte sich vernehmlich. Es bestehe überhaupt kein Anlass, "irgendwelche Treuebekenntnisse abzulegen", sagte er. Er wusste nämlich, dass Manchester City weiterhin großes Interesse an einer Verpflichtung des besten Wolfsburger Spielers hat. Englische Zeitungen berichten von einem geradezu unmoralischen Angebot. 70 Millionen Euro will ManCity als Ablösesumme zahlen, und es lockt den Spieler mit einem Jahres-Einkommen von 16 Millionen Euro. Das ist märchenhaft, aber für die Briten bezahlbar.

Schließlich besitzt Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan (Abu Dhabi) die Mehrheitsanteile am Klub. Und wie dick dessen Geldbörse ist, ließ sich am Donnerstag mal wieder feststellen, als er den Kauf des Verteidigers Nicolas Otamendi genehmigte. Für den Abwehrspieler überweist Manchester City schlappe 45 Millionen Euro an den FC Valencia.

Obwohl Allofs immer wieder mal beteuert hat, im Fall De Bruyne auch bei sensationellen Summen nicht schwach zu werden, scheint er nun dabei zu sein, lediglich die Verhandlungen über den Preis noch ein wenig anzuschieben. Der "Kicker" glaubt zu wissen, dass Wolfsburg im Transfergerangel um den Belgier ein Jahreseinkommen von gut elf Millionen Euro aufgerufen hat. Bisher verdient der Spieler fünf Millionen Euro im Jahr.

Sorgen um eine tägliche warme Mahlzeit muss er sich also schon lange nicht mehr machen. Ohnehin schildern ihn seine Wegbegleiter als einen erfreulich anspruchslosen Menschen. Das Einzige, was ihn wirklich interessiert, ist der Fußball. Deswegen behaupten seine Berater, dass De Bruyne die Summen, mit denen operiert wird, lediglich als Gradmesser für die sportliche Klasse des jeweiligen Arbeitgebers begreift. Das lässt sich leicht sagen, wenn man an einem Wechsel mit fünf bis zehn Prozent mitverdient.

Im Gespräch mit dem "Kicker" sagte De Bruyne im Sommer: "Wenn du vorankommen willst, müssen noch weitere gute Spieler kommen. Wenn wir wieder oben mitspielen wollen, müssen wir besser werden." Das klang bereits nach Abschied. Ein Bekenntnis zu Wolfsburg vermied De Bruyne auch in der Folge aus sicher gutem Grund. Es ging nie über die Auskunft hinaus: "Dann wird man sehen." Bis zum Auftritt beim Moderator Bommes. Aber der Redebeitrag war dann eben auch nicht ernst zu nehmen.

Für die Verhandlungen gibt sich Allofs noch bis zum 31. August Zeit. Dann endet die Transferfrist. De Bruyne mache nicht den Eindruck, als ob er unter der Ungewissheit um seine Zukunft leide, urteilt der Manager. Auch das passt zu dem 24-jährigen Belgier. Er gilt weder als großer Grübler noch als begabter Öffentlichkeitsarbeiter. Den Auftritt bei Bommes brachte er jungenhaft errötend hinter sich. So richtig bei sich ist er sowieso nur auf dem Fußballplatz. Dort macht er seinen Job für den VfL Wolfsburg – allem Anschein nach aber nur noch höchstens zehn Tage.

Quelle: RP
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