1. Bundesliga 16/17
| 08.24 Uhr

Manchester City gewinnt Poker um Belgier
Wolfsburg verliert De Bruyne und Status als Bayern-Jäger Nummer eins

Das ist Kevin De Bruyne
Das ist Kevin De Bruyne FOTO: afp
Wolfsburg. Der Bundesliga-Rekordtransfer des belgischen Stars Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg zu Manchester City ist so gut wie perfekt. ManCity soll demnach rund 75 Millionen Euro für den belgischen Nationalspieler bezahlen. Am Donnerstag soll es offiziell werden.

Jetzt fehlt nur noch der Medizin-Check und natürlich die Unterschrift unter dem Millionen-Deal. Der Wechsel von Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg zu Manchester City ist schon vor den letzten Formalien quasi in trockenen Tüchern. Am Mittwoch erzielten beide Vereine eine grundsätzliche Einigung. Der VW-Club aus Niedersachsen erhält für Belgien-Star De Bruyne mindestens 75 Millionen Euro. Wolfsburgs Manager Klaus Allofs will am Donnerstag zu dem Rekord-Geschäft Stellung beziehen. Auf der turnusmäßigen Pressekonferenz vor der Begegnung gegen den FC Schalke 04 wird das Bundesliga-Spiel aber nicht im Blickpunkt stehen.

Selbst der VW-Klub VfL Wolfsburg kann der Einkaufswut des schwerreichen Premier-League-Clubs nichts mehr entgegensetzen. Der Vizemeister könnte seine Rolle als erster Herausforderer von Bayern München verlieren.

Mit ManCity hatte Wolfsburg schon einmal bittersüße Erfahrungen gemacht: 2010 hatte der VfL Torjäger Edin Dzeko an die Citizens verloren. Der Abschiedsschmerz war mit der damaligen Bundesliga-Rekordsumme von 37 Millionen Euro versüßt worden. Die Erinnerung daran sollte ein mahnendes Beispiel sein. Als Dzeko als damals bester VfL-Akteur den Meister von 2009 verließ, dümpelten die Niedersachsen einige Jahre vor sich hin und spielten teilweise gar gegen den Abstieg. Erst 2014 kehrten sie nach Europa zurück.

Lange hatte der VfL versucht, den in der vergangenen Spielzeit überragenden De Bruyne zu halten, um mit dem Belgier einen Angriff auf Branchenprimus Bayern zu starten. Doch dem Werben des Klubs von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan konnte man letztendlich nichts entgegensetzten. Die sowieso schon gigantische Ablöse könnte über Sonderzahlungen noch auf gut 80 Millionen Euro ansteigen.

In England soll der 24-jährige De Bruyne jährlich bis zu umgerechnet 20 Millionen Euro verdienen. Besteht De Bruyne die medizinischen Tests, reiht er sich in die Liste der kostspieligen Sommertransfers von Man City ein. Erst Mitte Juli war der englischen Flügelstürmer Raheem Sterling für 62,5 Millionen Euro von Liverpool zum Tabellenführer der Premier League gewechselt. Zuletzt gab der Club die Verpflichtung des argentinischen Innenverteidiger Nicolas Otamendi vom FC Valencia für gut 40 Millionen bekannt.

Die Wolfsburger Klub-Verantwortlichen dürften am Ende auch deshalb grünes Licht für den Wechsel gegeben haben, weil die Hängepartie den Spieler und das gesamte Team negativ beeinflusst hatte. "Es ist schon richtig, dass uns das beeinflusst", hatte Allofs nach dem enttäuschenden 1:1 am Wochenende beim 1. FC Köln zugegeben. De Bruyne lieferte einen seiner schlechtesten Auftritte überhaupt im VfL-Trikot ab.

Der Wirbel um seine Person schien den eher schüchternen Rotschopf auch abseits des Rasens zu überfordern. Mit einem "Treue-Bekenntnis", das er einem Moderator bei einer Preisverleihung nachgesprochen hatte, sorgte De Bruyne selbst für Verwirrung. "Ich, Kevin De Bruyne, werde diese Saison auf jeden Fall für den VfL Wolfsburg spielen", sagte der 24-Jährige. Vielleicht hatte er zu diesem Zeitpunkt aber schon mit dem Kapitel Wolfsburg abgeschlossen.

Bei De Bruynes Entscheidung hat nicht nur das Geld eine Rolle gespielt. Während Branchenprimus München für die Top-Spieler Douglas Costa und Arturo Vidal viel Geld ausgegeben hat, verstärkten sich die Wölfe lediglich durch Nationalspieler Max Kruse. Aufgrund des Financial Fair Plays durfte Allofs nicht so einkaufen, wie er es gerne gewollt hätte - und wie es sich sein Star gewünscht hatte. "Wenn du vorankommen willst, müssen noch weitere gute Spieler kommen. Die brauchen wir für die Champions League", hatte De Bruyne gesagt.

Jetzt ist zwar viel Geld da und das Financial Fair Play kein Problem mehr, doch die Zeit bis zum Ende der Transferperiode am Montag ist knapp - und ein adäquater Ersatz ist ohnehin illusorisch. Gehandelt werden die Namen Dennis Praet (RSC Anderlecht) und Adnan Januzaj (Manchester United). Allerdings scheint Allofs sein Ahuptaugenmerk eher auf einen Defensivspieler zu richten. Angeblich soll er bereits Gespräche mit Bayern-Verteidiger Dante geführt haben.

(dpa/sid)
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