1. Bundesliga 16/17
| 10.44 Uhr

Rückspiel in der Champions League
Wolfsburg hat keine Angst vor Real und der "Hölle" Bernabeu

Arnold erhöht gegen Real Madrid
Arnold erhöht gegen Real Madrid FOTO: afp
Madrid. Den VfL Wolfsburg erwartet im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League ein wütendes Real Madrid und eine aufgeheizte Stimmung. Können die Wölfe den 2:0-Vorsprung retten?

Real will Rache. Die gedemütigten Königlichen versprechen den aufmüpfigen Wolfsburgern martialisch einen "Krieg" in der "Hölle" Bernabéu - doch statt Angst herrscht beim VfL die pure Vorfreude auf das wohl größte Spiel der Vereinsgeschichte.

"Real ist richtig bedroht von uns, das müssen wir genießen", sagte Nationalspieler André Schürrle vor dem Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Live-Ticker) in Madrid: "Die Stimmung wird aufgeheizt sein, bei jedem Konter wird es abgehen. Das wird einfach geil."

VfL Wolfsburg gewann Hinspiel 2:0

Wolfsburgs ebenso überraschender wie verdienter 2:0-Sieg im Hinspiel hat alles auf den Kopf gestellt. Der deutsche Vize-Meister wittert plötzlich "die Riesensensation", wie Trainer Dieter Hecking den möglichen Halbfinal-Einzug nannte. Und Real fürchtet die Riesenblamage. "Ich bin nicht so vermessen zu sagen, dass sie Angst haben. Aber sie machen sich zumindest Gedanken", sagte Klaus Allofs. Der VfL-Manager genießt die Situation: "Alle haben doch gedacht, das zweite Spiel wird für uns eine Urlaubsreise."

Stattdessen wartet reichlich Wut auf Wolfsburg. "Am Dienstag gibt es Krieg", sagte Reals Außenverteidiger Daniel Carvajal. "Wenn Real solche Dinge bedienen muss, um das Publikum hinter sich zu bringen und um uns einschüchtern zu wollen, liegt es daran, dass wir uns viel Respekt erarbeitet haben", sagte Hecking auf der Pressekonferenz am Montag.

Starke Nerven im Bernabeu benötigt

Wolfsburg wird vor 80.000 frenetischen Real-Fans starke Nerven brauchen. "Das wird die Hölle für Wolfsburg", sagte Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus bei Sky. Und Christoph Metzelder, der von 2007 bis 2010 das Real-Trikot trug, weiß: "90 Minuten im Bernabéu sind lang." Auch Allofs befürchtet, dass dort "Dinge passieren, an die man jetzt noch nicht glaubt".

Doch die Wolfsburger fühlen sich gerüstet, auch wenn sie in der Bundesliga in einer tiefen Ergebnis-Krise stecken. "Wir sind zu einer Million Prozent bereit und werden am Dienstag um unser Leben rennen", versprach Schürrle. Aufgrund des großen Rückstands in der Liga scheint der Titelgewinn in der Champions League zudem die einzige Chance zu sein, auch in der kommenden Saison so rauschende Europacup-Feste feiern zu können. Träumen ist beim VfL seit dem Hinspiel erlaubt.

"Madrid wird uns nicht noch einmal unterschätzen"

Doch Hecking bleibt Realist. "Madrid wird uns nicht noch einmal unterschätzen", sagte der VfL-Trainer. Auch Allofs vergaß nicht, die Favoritenrolle den Spaniern zuzuschieben: "Real ist eigentlich ein übermächtiger Gegner." Außerdem ist die Klubgeschichte der Königlichen voll von "Remontadas", von mythischen Aufholjagden. 13 mal verlor Real im Europacup ein Hinspiel mit zwei oder mehr Toren, achtmal zog der Verein dennoch in die nächste Runde ein.

"Real ist immer in der Lage, ein absolutes Bombenspiel rauszuhauen", sagte Schürrle. Dass das Team von Trainer Zinedine Zidane auf Wiedergutmachung drängt, zeigte das klare 4:0 am Wochenende gegen SD Eibar. Auch Ronaldo präsentierte sich im Vergleich zum kläglichen Spiel in Wolfsburg stark verbessert. Der Portugiese traf zum 3:0 und erzielte damit als erster Spieler in Spanien in sechs aufeinanderfolgenden Jahren mindestens 30 Ligatore.

Zinedine Zidane macht sich keine Sorgen

"Madrid ist niemals auf ein Ausscheiden vorbereitet. Ich mache mir keine Sorgen", sagte Trainer Zinédine Zidane, "wir wissen ganz genau, was wir machen müssen. Wir sind konzentriert und ganz entschlossen."

Wie auch immer das Spiel ausgehen wird, der VfL hat sich längst einen Namen gemacht. "Wenn man gegen Real Madrid spielt, wird das weltweit gesehen", sagte Allofs. Nach dem Sieg im Hinspiel habe sein Handy nicht mehr still gestanden: "Wer es vorher nicht so genau wusste, der hat mal auf der Landkarte nachgeschaut, wo Wolfsburg liegt."

(spol/sid)
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