1. Bundesliga 17/18
| 13.24 Uhr

Wolfsburg kassiert 0:6-Schlappe
Gustavo flippt bei Debakel gegen Bayern aus

Luiz Gustavo rastet nach Platzverweis gegen Bayern aus
Luiz Gustavo rastet nach Platzverweis gegen Bayern aus FOTO: rtr, RC
Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg liegt nach dem 0:6-Debakel gegen Bayern München am Boden. Das stark abstiegsbedrohte Team ergab sich kampflos in sein Schicksal, und Kapitän Luis Gustavo erlaubte sich obendrein einen unrühmlichen Abgang.

Mario Gomez stand der tiefe Frust ins Gesicht geschrieben. "Das waren Watschen links und rechts", sagte der Nationalstürmer des VfL Wolfsburg nach der 0:6 (0:3)-Blamage gegen den alten und neuen Meister Bayern München. Vorgeführt, gedemütigt und mit der höchsten Niederlage seiner 20-jährigen Bundesliga-Geschichte noch gut bedient – das millionenschwere VfL-Team hinterließ mitten im Kampf um den Klassenerhalt einen verheerenden Eindruck.

"Das ist kurzfristig eine unglaubliche Enttäuschung, gerade wenn du vor so einer Kulisse spielst", sagte Trainer Andries Jonker: "0:6 – das ist viel zu viel."

Jonker ist bereits der dritte Trainer des VfL in der laufenden Saison, einen nachhaltigen Aufschwung beim grundsätzlich ambitionierten Werksklub allerdings konnte auch der Niederländer noch nicht bewirken. Mit seiner Elf kassierte Jonker zuletzt in fünf Spielen vier Niederlagen, und nach dem Debakel bei Münchens Meister-Gala ist auch noch der Vorteil gegenüber den Rivalen in der Tordifferenz dahin.

"Der VfL Wolfsburg steigt nicht ab"

Immer mehr deutet also für die "Wölfe" auf ein echtes Abstiegsfinale am letzten Spieltag beim Hamburger SV hin. Bis dahin muss sich der VfL in den anstehenden Duellen bei Eintracht Frankfurt und gegen Borussia Mönchengladbach aber zunächst eine passable Ausgangssituation verschaffen. Am Sonntag versuchte Sportchef Olaf Rebbe, Zuversicht vorzuleben. "Unter der Führung von Andries Jonker und Olaf Rebbe steigt der VfL Wolfsburg nicht ab", sagte der Nachfolger des im Saisonverlauf auch schon entlassenen Sport-Geschäftsführers Klaus Allofs im Sport1-"Doppelpass". Eine mutige Aussage nach dem Eindruck vom Samstag.

Als sich Kapitän Luis Gustavo in der 78. Spielminute auch noch eine unnötige Gelb-Rote-Karte eingehandelt hatte, danach wutschäumend auf den Schiedsrichter losgehen wollte und nur mit Mühe von seinen Kollegen vom Platz gezerrt werden konnte, war das denkbar negative Gesamtbild komplett. Wolfsburg braucht im Bundesliga-Überlebenskampf Anführer, die Gomez zur Seite springen. Gustavo fällt für diese Rolle erst einmal aus. "Das ist nicht gut und nicht vernünftig", sagte Jonker, brachte für den Frust seines Spielers aber ein gewisses Verständnis auf.

Schon vor dem unrühmlichen Auftritt des Brasilianers waren die durchaus engagiert gestarteten Niedersachsen völlig auseinandergebrochen. Nach dem ersten Gegentreffer von David Alaba (19.) hatten sich die Wölfe noch gewehrt. Doch Robert Lewandowskis Saisontore Nummer 27 und 28 (36. und 45.) zogen bei den Platzherren den Stecker. Arjen Robben (66.), Thomas Müller (80.) und Joshua Kimmich (85.) – mit Wolfsburgs 1000. Bundesliga-Gegentor – besiegelten die historische Pleite.

Einzig Keeper Koen Casteels stemmte sich gegen eine noch höhere Niederlage. "Jetzt heißt es, gemeinsam aufzustehen und in die letzten Spiele zu gehen", sagte der Belgier.

Auch Jonker ("Wir machen weiter") und Gomez gaben sich überzeugt davon, dass Wolfsburg die Klasse hält. "Wir werden so viele Punkte holen, dass es reicht", sagte der Stürmer. Schon am kommenden Samstag muss Wolfsburg damit anfangen.

(sid)
 
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