1. Bundesliga 17/18
| 20.55 Uhr

Wechselwilliges Duo nicht im Kader
Wolfsburg ohne De Bruyne und Perisic gegen Schalke

Das ist Kevin De Bruyne
Das ist Kevin De Bruyne FOTO: afp
Der Wechsel von Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg zu Manchester City zieht sich (noch) hin - in Gefahr ist der Rekordtransfer aber nicht mehr. Trainer Hecking "ermüdet" das Theater. Gegen Schalke steht der Belgier nicht mehr im Kader. Auch Ivan Perisic könnte noch gehen.

Der irre Poker um Kevin De Bruyne stellt beim VfL Wolfsburg selbst das Bundesligaspiel gegen Schalke 04 in den Schatten. "Stand jetzt ist, dass es nur noch Kleinigkeiten sind", sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs am Freitagabend kurz vor dem Anpiff des Bundesliga-Heimspiels des deutschen Pokalsiegers gegen den FC Schalke 04 im TV-Sender Sky.

Demnach sei eine Einigung noch im Laufe des Abends oder am Samstag möglich, erklärte Allofs. "Es kann sein, dass wir dann schon eine Lösung haben", sagte der VfL-Manager.
Die Transferfrist läuft am kommenden Montag ab.

Trainer Dieter Hecking strich Deutschlands Fußballer des Jahres aus dem Kader für das Schalke-Spiel am Freitag (20.30 Uhr/Live-Ticker), obwohl De Bruyne zuvor noch am Abschlusstraining teilgenommen hatte. Auch Ivan Perisic wird gegen Schalke nicht für den Vizemeister auflaufen. An dem Kroaten hat Inter Mailand weiterhin starkes Interesse.

Der gigantische Geldsegen eröffnet dem VfL bis Montag noch einige Möglichkeiten auf dem Transfermarkt. "Mal sehen, was sich in Wolfsburg personell noch tut", unkte in München Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer.

Allofs und Hecking drohten sogar damit, De Bruyne am Freitag notfalls noch spielen zu lassen. Soweit kommt es nun aber nicht - denn bis zur Champions-League-Auslosung, die dem VfL die Gegner Manchester United, ZSKA Moskau und PSV Eindhoven bescherten, gingen die Verhandlungen weiter. Die vormals öffentliche geäußerte Zuversicht, den begehrten belgischen Nationalspieler doch noch in der Bundesliga halten zu können, war bereits in den vergangenen Tagen gewichen. "Wir sind deshalb in Verhandlungen mit Manchester City getreten", hatte Allofs bestätigt.

"Mich ermüdet das, es gibt Wichtigeres"

Dass das Transfer-Theater die Vorbereitung auf das Schalke-Spiel belastete, war deutlich zu sehen. Trainer Hecking beantwortete alle sportlichen Nachfragen sichtlich angefressen und mit finsterer Miene. "Mich ermüdet das, es gibt Wichtigeres", knurrte der Coach.

Längst wurde auch er mit Spekulationen konfrontiert, wen die Wolfsburger angesichts der Rekord-Ablöse bis zum Ende der Transferfrist noch verpflichten. Als De-Bruyne-Nachfolger ist laut "Bild" sogar Julian Draxler vom Gegner Schalke im Gespräch. Ähnlich wie im Fall De Bruyne in Wolfsburg hatten anhaltende Wechselspekulationen auch in Gelsenkirchen ein Reizklima geschaffen.

Obwohl Schalkes Manager Horst Heldt ein Angebot von Juventus Turin über kolportierte 15 Millionen Euro als viel zu niedrig abgelehnt und in der Folge weitere Verhandlungen mit Juve untersagt hatte, gab und gibt es weiter Wechselgerüchte. Zuletzt hatte Heldt gepoltert, falls noch jemand nach Draxler frage, "ticke ich aus". 

Das Geld für einen möglichen Draxler-Deal könnte Wolfsburg nun auch im Hinblick auf die Financial-Fairplay-Regularien locker bezahlen. Hochkarätige Verstärkungen auch im Hinblick auf die Champions-League-Spiele verboten sich für den Vizemeister bislang. "Durch die Vorgaben des Financial Fairplay haben wir keine große Möglichkeiten, da aktiv zu werden", hatte Allofs zuletzt betont. Der VfL darf nicht einfach mit VW-Geldern Spieler kaufen, das Geld dafür müsste bis zu einem gewissen Teil selbst generiert werden. Wie jetzt durch den zu erwartenden Verkauf De Bruynes.

So wollen beide Teams spielen:

Wolfsburg: Casteels - Träsch, Naldo, Klose, Rodriguez - Gustavo, Guilavogui - Vieirinha, Kruse, Caligiuri - Dost

Schalke: Fährmann - Riether, Matip, Neustädter, Kolasinac - Geis, Aogo, Choupo-Moting, Draxler- Sane, Huntelaar 

(dpa)
 
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