1. Bundesliga 16/17
| 07.14 Uhr

Sind das die Bayern-Jäger?
Vier Asse für Wolfsburg

VfL Wolfsburg: Vier Asse für den Jäger des FC Bayern München
Dieses Quartett soll den VfL zu Großem führen. FOTO: graf
Wolfsburg. Dieter Hecking, Kevin d Bruyne, Nicklas Bendtner und Klaus Allofs unterstreichen ganz neue Ambitionen des Bayern-Jägers. Die Niedersachsen geben sich selbstbewusst wie nie. Von Robert Peters

Für Pep Guardiola ist eine der wichtigen Ungewissheiten vor dieser Saison bereits beseitigt. Auf die Frage, ob der VfL Wolfsburg der größte Konkurrent für die Bayern sei, antwortete der Münchner Trainer mit einem schlichten: "Ja." Auf Nachfrage wiederholte er, was er vor dem Supercup gesagt hatte: "Wolfsburg ist eine große Mannschaft." Wolfsburg ist auch eine selbstbewusste Mannschaft. Erst recht, seit sie im Supercupspiel die Bayern-Führung mit dem letzten Angriff ausgeglichen und das Elfmeterschießen gewonnen hat. Zu einer entschiedenen Kampfansage an den Abo-Meister wollen sich die Niedersachsen zwar (noch) nicht hinreißen lassen, und in ihren Prognosen spielen die Wörter "kann" und "vielleicht" eine bedeutende Rolle. Aber ihr Mittelfeldspieler Kevin De Bruyne durfte für alle feststellen: "Wenn wir immer so spielen wie heute, dann können wir vielleicht in diesem Jahr etwas probieren." Vier Männer stehen für die neuen Wolfsburger Ambitionen.

Klaus Allofs Die Aufbauarbeit des Sportdirektors wird auch andernorts mit beifälligem Kopfnicken zur Kenntnis genommen. Seit der einst ewige Bremer das gut gefüllte Wolfsburger Konto verwaltet, wird mit Sinn und Verstand eingekauft. Wo früher Felix Magath Millionen verschwendete, indem er verpflichtete, was nicht schnell genug wieder den Weg aus der Kabine fand, sondiert Allofs mit gutem Auge den Markt. Und er holt nicht nur, was besonders teuer ist. Darüber hinaus drückt er sich auch nicht vor klaren Zielansagen. "Wir sind noch nicht da, wo die Bayern sind", sagte er nach dem Supercupspiel, "aber wir wollen auf Dauer natürlich da hin."

Kevin De Bruyne Der Weg nach ganz oben führt für die Wolfsburger über ihren besten Spieler. Der Belgier ist trotz seiner erst 24 Jahre der Mittelpunkt der Wolfsburger Mannschaft. Er macht ihr Spiel schnell, er sortiert den Angriff, und er bewies gleich im ersten Pflichtspiel seine enormen Qualitäten als Vorbereiter. Kein Wunder, dass halb Europa hinter ihm her ist. Die Wolfsburger lassen sich davon offenbar nicht beunruhigen. Sie erklären ihren großen Star für unverkäuflich. Selbst eine 80-Millionen-Euro-Ablösesumme, die Manchester City angeblich zahlen will, bringt sie nicht zum Umdenken. Ohne De Bruyne ist ihr Team deutlich schwächer, ihm würde der Motor fehlen.

Fotos: Kevin De Bruyne als Fußballer des Jahres ausgezeichnet FOTO: afp, agz

Nicklas Bendtner Nicht viele haben verstanden, weshalb Wolfsburg 2014 den Dänen in die niedersächsische Provinz holte. Mit 27 Jahren schien das einst größte europäische Sturmtalent am frühen Ende einer längst nicht mehr aussichtsreichen Karriere angelangt. Bei Juventus Turin und Arsenal war Bendtner krachend gescheitert, in der bunten Promiwelt war er aktiver als auf dem Fußballplatz. Seine Vorstellung gegen die Bayern scheint den Eindruck zu bestätigen, dass er irgendwann in den zurückliegenden Sommerwochen etwas begriffen haben mus. Und plötzlich wird aus einem Missverständnis ein ernsthafter Mitbewerber um den Platz im Angriff. Dort konkurrierert er nun mit dem Holländer Bas Dost und dem deutschen Nationalspieler Max Kruse. Das sind schon Verhältnisse, die an bayerischen Luxus erinnern.

Dieter Hecking Dem Trainer wird anders als seinem Münchner Kollegen Pep Guardiola nicht bei jeder Einwechslung eine geniale Tat bescheinigt. Dafür hat er bewiesen, dass er einer Mannschaft einen Stil verpassen und die einzelnen Spieler besser machen kann. Nicht zufällig wurde er zum Trainer des Jahres gewählt. Er passt in seiner wenig aufgeregten Art sehr gut zu Klaus Allofs. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich hier ein Duo gefunden hat, das ähnlich erfolgreich sein kann wie das Team Allofs/Thomas Schaaf in großen Bremer Zeiten. Im Unterschied zu Werder haben sie noch die großzügigen finanziellen Mittel des VW-Konzerns im Rücken. Einem längeren Aufenthalt an der Spitze steht deshalb nichts im Weg.

Quelle: RP
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