1. Bundesliga 16/17
| 18.48 Uhr

Kriselnder Bundesligist
Wolfsburg wirft Trainer Hecking raus

Dieter Hecking – Wolfsburgs Pokalsieger-Macher
Dieter Hecking – Wolfsburgs Pokalsieger-Macher FOTO: dpa, pst
Wolfsburg. Einen Tag nach der Niederlage gegen RB Leipzig trennt sich der VfL Wolfsburg von Trainer Dieter Hecking. Der bisherige U23-Coach Valérien Ismaël wird das Profi-Team vorerst übernehmen und es auf das Spiel in Darmstadt vorbereiten.

Was zuvor schon Medien und Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichtet hatten, bestätigten die Wolfsburger am Montagabend. "Menschlich tut mir dieser Schritt sehr leid. Es war eine große Freude, mit Dieter Hecking und (Co-Trainer, Anm. der Redaktion) Dirk Bremser zusammenzuarbeiten. Wir haben in den intensiven fast vier Jahren eng und erfolgreich zusammengearbeitet, mit dem Gewinn des DFB-Pokals und der Vize-Meisterschaft 2015 als Höhepunkt einer bis dahin kontinuierlich nach oben führenden Entwicklung", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs. "Leider haben wir es in der vergangenen Saison trotz toller Spiele in der Champions League nicht geschafft, uns in der Liga für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, und auch der personelle Umbruch im Kader in diesem Sommer hat nicht den von uns allen erhofften Umschwung gebracht."

Auch Hecking kam in der Mitteilung des Vereins zu Wort: "Natürlich bin ich enttäuscht, aber es gehört als Trainer in diesem Geschäft dazu, dass man mit einer Trennung rechnen muss, wenn die Erfolge ausbleiben. Das war bei uns zuletzt leider der Fall. Ich hätte gerne mit der Mannschaft weitergearbeitet und sie wieder in die Erfolgsspur zurückgeführt, respektiere aber die Entscheidung des Klubs."

Damit hat sich auch der dritte norddeutsche Bundesliga-Klub von seinem Coach getrennt. Zuletzt hatten Werder Bremen und der Hamburger SV ihre Übungsleiter Viktor Skripnik und Bruno Labbadia beurlaubt.

Allofs hatte bereits unmittelbar nach der Niederlage gegen Leipzig ein klares Bekenntnis zu dem 52-Jährigen vermieden. "Wir müssen uns darüber unterhalten und müssen sehen, ob wir reagieren. Wir müssen im Klub sehen, wie wir da rauskommen. Das kann mit dem Trainer sein, das kann ohne den Trainer sein", hatte Allofs vieldeutig nach der nächsten Enttäuschung für die Wölfe gesagt: "Was ich sagen kann, wir haben in der Vergangenheit die Dinge mit wenig Panik besprochen, und hoffentlich werden wir auch hier die richtige Entscheidung treffen."

Hecking hatte den Volkswagen-Klub 2015 zum DFB-Pokalsieg und zur Vize-Meisterschaft geführt. Im Kalenderjahr 2016 ging die Tendenz beim Champions-League-Aspiranten jedoch deutlich nach unten. Aus 24 Spielen holte Wolfsburg nur 25 Punkte. Aktuell steht der VfL mit sechs Zählern aus sieben Partien im Tabellenkeller.

Nach dem Absturz auf Platz 14 rückte Allofs von seinem jahrelangen Leitwolf ab. Im Januar 2013 hatte Allofs seinen Wunschkandidaten aus einem laufenden Vertrag beim 1. FC Nürnberg herausgekauft. Rund 750.000 Euro bezahlte der Manager damals an den Club. Nun hätte der 52-Jährige mit dem VfL zurück in den Europapokal stürmen sollen - doch stattdessen herrscht in der Autostadt Tristesse. Von den Tribünen hallten nach der Partie gegen Leipzig erstmals "Hecking raus"-Rufe, die Fans sangen: "Wir haben die Schnauze voll!"

(dpa/sid)
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