Fußball-Wettskandal weitet sich aus: Von verschossenen Elfern und einer "Mafiosi-Truppe"
VON CHRISTIAN HELLMANN - zuletzt aktualisiert: 02.09.2008 - 00:22Düsseldorf (RPO). Er war einer der Top-Bundesliga-Torjäger in den neunziger Jahren: Sean Dundee, genannt "Crocodile" – das Tor-Krokodil. Nun sorgt er mit Berichten über angebliche Bestechungsversuche für Wirbel. Und dann ist da noch die "Mafiosi"-Truppe aus Albanien.
Im ARD-Magazin „Fakt“ am Montagabend sagte der Stürmer Dundee, der seine erfolgreichste Zeit beim Karlsruher SC hatte, dass ihn ein Mann gefragt habe, ob er sich vorstellen könne, absichtlich einen Elfmeter zu verschießen. Diese Person habe ihm bis zu 20.000 Euro für seine Dienste angeboten. Dundee lehnte nach eigener Aussage entrüstet ab: „Ich habe gesagt, nein, so etwas mache ich nicht.“
Daraufhin soll sich der Mann an zwei andere Spieler der Mannschaft gewandt haben. Das, so Dundee, habe er erst später herausgefunden. In dieses Schema, dass Spieler direkt von Mittelsmännern der asiatischen Wettmafia kontaktiert worden sein sollen, um aktiv Einfluss auf das Spielgeschehen auszuüben, passt auch ein weiterer Punkt aus dem Beitrag.
So zitiert man einen namentlich ungenannten Verteidiger des EM-Qualifikationsspiels Belgien gegen Polen, der behauptet, dass er für ein Foul im Strafraum 10.000 Euro Prämie hätte kassieren können. Doch auch er habe abgelehnt.
Neben diesem Spiel und einigen UI-Cup-Begegnungen steht angeblich auch das Aufeinandertreffen von Rumänien und Albanien in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 unter Manipulationsverdacht. Es endete 6:1 für Rumänien.
Sogar der albanische Ministerpräsident Sali Berisha spricht von Korruption, die den Fußball in seinem Land erfasst habe: „Man hat Tore verkauft, man hat die Fahne und alles andere verkauft. Die Situation ist äußerst dramatisch.“ Der Regierungschef nennt die Nationalmannschaft des Landes eine „Mafiosi-Truppe“, die er nicht tolerieren könne.
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