Torwart-Nation strauchelt: Was ist mit Neuer & Co. los?
VON JOHANNES BORNEWASSER - zuletzt aktualisiert: 25.10.2007 - 11:38Düsseldorf (RPO). Manuel Neuers Patzer in der Champions-League-Begegnung mit dem FC Chelsea lässt eine neue Diskussion aufflammen. Nach dem Straucheln von Jens Lehmann bei Arsenal London und der weiter ausbleibenden Stammplatzgarantie von Timo Hildebrand in Valencia drängt sich die Frage auf: Was ist nur los mit unseren Torhütern?
Werden wir von der einstigen Torhüter-Nation nun zum Land der Fliegenfänger? Neuer galt monatelang als das Talent. Doch der Keeper von Bundesligist Schalke 04 sah bei seinen fünf schwerwiegenden Patzern in der jüngsten Vergangenheit, einmal in der Champions League (0:1 gegen Valencia) und dreimal in der Bundesliga, vor dem neuesten Fehler in London miserabel aus.
Bereits der Fehlwurf gegen Rostock am Wochenende offenbarte große Konzentrationsmängel. Auf der internationalen Bühne ließ der U21-Torhüter nun in der vierten Minute einen harmlosen Malouda-Schuss zum 0:1 durch Arme und Beine passieren.
Wäre Neuer nicht in bester Gesellschaft, würde dies als einfach Schnitzer eines jungen Spielers gewertet werden können. Doch was ist mit Nationaltorhüter Jens Lehmann los? Er wurde von Arsenal-Teamchef Arsene Wenger zwischenzeitlich sogar auf die Tribüne verbannt.
Und auch Hildebrand musste sich zuletzt viel Kritik und immer wieder Platzierungen auf der Ersatzbank gefallen lassen.
Trotzdem muss in Deutschland niemand besorgt in Richtung EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz schauen. Die Patzer von Neuer und Co. Bringen nämlich neue Namen in die längst überfällige Diskussion.
Michael Rensing, der den verletzten „Torwart-Titanen“ Oliver Kahn vertritt, präsentiert derzeit zahlreiche sehenswerte Paraden bei Bayern München. Und auch Robert Enke ruft bei Hannover 96 weiter konstant gute Leistungen ab.
Zudem muss erneut über Rene Adler gesprochen werden. Der Leverkusener Schlussmann ist eine Bank in der Bundesliga – und wird in nächster Zeit definitiv nicht auf selbiger Platz nehmen müssen.
Grund zur Sorge um den deutschen Torhüter-Nachwuchs gibt es derzeit also nicht. Patzer-Serien á la Tomislav Piplica für Energie Cottbus wird es im DFB-Team künftig nicht geben. Vorausgesetzt, Bundestrainer Joachim Löw hat in letzter Zeit genau hingeschaut.
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